Jade McQueen – Liam

Bei dieser Aufgabe ging es darum ein Buch zu lesen, dessen Covergestaltung an Feuer erinnert. Das ist bei Liam von Jade McQueen der Fall. Außerdem, finde ich, deutet das Cover darauf hin, dass hier kein Blatt vor den Mund genommen wird. Eigentlich ist das ja nicht so mein Fall, aber hinter Jade McQueen stecken mehrere junge Schriftstellerinnen, unter anderem Katrin Koppold, die ich sehr gerne lese. Und so habe ich mich an dieses Buch herangewagt.

Liam ist ein Diamond Guy, also ein männlicher Stripper in einem Club in Miami. Durch Zufall lernt er Rayne kennen, die gerade ihren Job als Tänzerin verloren hat. Da trifft es sich doch gut, das Liam eine Trainerin braucht, da er eine neue Choreographie erarbeiten muss. Es kommt natürlich wie es kommen muss und die beiden landen im Bett.

Ich weiß nicht, ob ich die anderen Bände, die jeweils von einem anderen Diamond Guy handeln, lesen werde. Dieser erste Band hat mir gefallen u d dank Schlaflosigkeit hatte ich ihn in weniger als 24 Stunden durch. Jedoch brauche ich die detaillierte Beschreibung des Sex der Hauptpersonen nicht. Für so zwischendrin sind die Bücher aber sicherlich ganz nett.

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Daniela Felbermeyr – Das Wunder von Silent Hollow

Ron ist ja oft ängstlich, vor allem hat er eine riesige Angst vor Spinnen. Aber er macht sich mit der Zeit und gewinnt immer mehr Mut und wird selbstsicherer. Genau darum geht es auch in dieser Zusatzaufgabe, gelesen werden soll ein Buch, in welchem die Hauptperson Seite um Seite mehr Selbstvertrauen gewinnt. Das ist in Das Wunder von Silent Hollow von Daniela Felbermeyr der Fall.

Sienna wird von ihrem Vater und gleichzeitig Chef für einen Auftrag nach Silent Hollow geschickt. Leider könnte die Zeit kaum unpassender sein, denn es ist Weihnachten bzw. einige Tage davor. In dem kleinen Ort Silent Hollow hat das einzige Hotel schon seit Monaten geschlossen, außerdem tobt ein Schneesturm, so dass Sienna sich auch nicht in einem der Nachbarorte eine Unterkunft suchen kann. So kommt sie bei einer netten Familie unter, die sie sofort in ihrer Mitte aufnimmt und in ihre Vorweihnachtsbräuche einbezieht.

So kommt es auch, dass sie Dean kennenlernt, den Enkel ihrer Gastgeberin. Sehr schnell wird klar, dass Sienna und Dean füreinander bestimmt sind, doch Sienna kann das gar nicht glauben. Sie ist doch nicht wirklich hübsch und nicht leicht auszuhalten in einer Beziehung. Außerdem, so sagte es ihr ihr Exfreund immer und immer wieder, würde sie sowieso alles falsch machen. Dean versucht Sienna vom Gegenteil zu überzeugen und es gelingt ihm auch nach und nach. Sienna fängt wieder an an sich zu glauben und erkennt nach und nach, dass ihr Exfreund unrecht hatte und sie gar nicht so schlecht ist, wie er es dargestellt hatte.

So wirklich gut hat mir das Buch nicht gefallen. Es ist auch extrem kurz und somit in gut vier Stunden durchgelesen, was ich ja allgemein schonmal gar nicht mag. Außerdem gefallen mir die beiden Hauptcharaktere nicht so gut, es bleibt alles sehr flach und ab einem bestimmten Punkt wird es vorhersehbar. Dass sich am Ende alles zum Guten wenden wird ist klar, so ist dieser Typ von Büchern einfach. Das aber so plötzlich so viele Personen einen Sinneswandel durchleben ist schon etwas sehr unrealistisch.

Mella Dumont – Als die Zeit vom Himmel fiel

Ganz unbeabsichtigt habe ich erneut ein Buch von Mella Dumont gelesen, diesmal Als die Zeit vom Himmel fiel. Mir war gar nicht bewusst, dass es dieselbe Autorin wie bei der Colors of Life Reihe ist. Das wurde aber schnell anhand des Schreibstils und der schwulstigen Liebesgeschichte klar. Auch hier wieder dasselbe Muster, Mädchen mit besonderen Fähigkeiten verliebt sich in Jungen/Mann, der von allen verehrt/angehimmelt/bewundert wird und der reiche Eltern hat.

Aber jetzt erstmal kurz zur Geschichte. Karla arbeitet nach ihrem Abitur an einer Tankstelle und ist ganz zufrieden damit. Leider bekommt sie bald Probleme mit ihrer Chefin, da sie Visonen hat, die einen Überfall zeigen. Karla reagiert panisch und schließt zweimal die Tankstelle. Ihre Chefin ist nicht erfreut über die dadurch entstandenen Kosten und ist froh, als Karla von einem Headhunter für ein Börsenmaklerbüro in München abgeworben wird. Kurz vor ihrem Umzug lernt sie Jakob kennen. Jakob ist gut aussehend, selbstbewusst, MMA-Kämpfer und überall beliebt. Sie verliebt sich Hals über Kopf in ihm und vertraut ihm sofort blind.

Schnell kommt bei Karlas neuer Arbeit raus, dass sie keine Visonen hat, sondern in der Zeit springen kann. Sobald sie etwas schlimmes erlebt, springt sie ca. fünf Minuten in die Vergangenheit, eine super Fähigkeit um große Gewinne beim Aktienhandel einzufahren. Und genau dafür hat ihr skrupelloser Arbeitgeber sie eingestellt und nutzt sie aus.

Karla geht es mit der Situation nicht gut, durch Jakob und das MMA-Training, zu dem er sie überredet hat, bekommt sie aber immer mehr Selbstvertrauen. Außerdem vertraut sie weiterhin blind auf Jakob, der einen Plan zu verfolgen scheint.

Beim Lesen des Buchs fragt man sich oft, ich zumindest, wie naiv Karla sein kann. Warum vertraut sie irgendeinem Kerl, den sie kaum kennt, blind und vernachlässigt für ihn sowohl ihre Familie als auch ihre Freunde? Stellt Liebe so etwas mit den Menschen an und bin ich nur nicht empfänglich dafür? Außerdem frage ich mich, wie ich immer weiter auf jemanden vertrauen kann, der mir zwar sagt, dass alles gut wird, mich aber nie voll in seine Pläne einweiht? Gerne hätte ich Karla eine Socke gegeben, damit sie frei ist. Frei von dem fiesen Arbeitgeber, aber auch frei von Jakob. Eine Socke, die sie befreit und zu einem selbstständig denkenden Wesen macht.

Virginia Fox – Rocky Mountain Yoga

Deutsche Schnulzromane lese ich anscheinend besonders schnell, denn ich habe den ersten Band Rocky Mountain Yoga von Virgina Fox neuer Serie durch. Virgina Fox schreibt tolle Bücher, zumindest die Drachenschwestern-Trilogie mag ich sehr, sehr gerne. Vielleicht auch nur, weil Lance so toll ist.

Jetzt aber zurück zu Rocky Mountain Yoga, ein Buch, dass sehr gut zu meiner Lesechallenge passt. Bei der aktuellen Aufgabe geht es darum ein Buch zu lesen, in welchem der Hauptcharakter an Schmerzen leidet. Diese Schmerzen können psychisch oder physisch sein, Liebeskummer zählt also auch.

Wirklich Liebeskummer hat die Hauptfigur Jasemine aber gar nicht. Sie zieht nach Independence zu ihrer Großmutter, um ihrem Exfreund zu entkommen. Mit diesem lief es sowieso schon eine ganze Weile nicht mehr so gut, nachdem sie aber mitbekommen hatte, dass er in Waffenschiebereien verwickelt ist und auch noch zwei bewaffnete Kerle auf sie hetzte, ergreift sie die Flucht.

In Independence, einer Kleinstadt in den Rocky Mountains, fühlt sie sich gleich wohl. Die Einwohner kümmern sich umeinander und wissen quasi alles voneinander. So findet Jasemine auch sehr schnell Anschluss. Sie freundet sich mit Paula, der Besitzerin der Nachbarsranch, an, obwohl diese sie bei ihrer ersten Begegnung mit einer Waffe bedrohte. Außerdem verliebt sie sich schnell in Jake, Paulas Bruder und Sheriff (oder so ähnlich) der örtlichen Polizei.

Alles scheint gut zu sein, bis ihre Vergangenheit sie einholt. Ihr Exfreund ist ihr nach Independence gefolgt, schießt auf sie und fährt sie mit dem Auto an. Kaum hat sie sich von diesem Unfall erholt, tauchen die beiden Kerle wieder auf, die sie schon zu Beginn bedroht hatten, und schlagen sie brutal zusammen. Jasemine erholt sich nur langsam von ihren Verletzungen und leidet vor allem darunter, dass sie kein Yoga machen kann. Yoga, was ja auch im Titel auftaucht, ist Jasemins Lebensinhalt. Sie, oder besser gesagt ihre Großmutter, plant ein Yogaresort in Independence, Jasemine selbst eröffnet ein Yogastudio.

Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn es sich nicht mit den Drachenschwestern-Büchern messen kann. Trotzdem mag ich die Figuren und ab und an ist es sehr nett eine seichte Geschichte zu lesen. Independence gefällt mir auch sehr gut, erinnert mich sehr stark an das gilmorsche Stars Hollow.

Diana Gabaldon – Outlander

Ende Mai wurde auf VOX die letzte Folge von Rizzoli & Isles ausgestrahlt. Ich mag die Serie unglaublich gerne und war traurig, dass die neuste Staffel schon zu Ende war. Doch in der nächsten Woche sollte eine neue Serie starten, von der auch hier einige schwärmten. Neugierig geworden (und als großer Schottland-Fan) begann ich Outlander zu schauen. Und da ich ja gerne die Bücher lese, wenn es welche gibt, habe ich im Urlaub damit angefangen und das erste Buch Outlander gelesen. Ich lese gerne im Original, also habe ich mir diese Bücher auf Englisch zugelegt. Sie lassen sich gut lesen, sogar der teils starke schottische Akzent machte mir nach einiger Zeit nicht mehr viel aus.

Claire unternimmt nach dem Ende des zweiten Weltkrieges mit ihrem Mann Frank eine zweite Hochzeitsreise nach Schottland. Dort findet sie einen Steinkreis und wird durch die Steine in eine andere Zeit versetzt. Plötzlich befindet sie sich im Schottland des Jahres 1743, wird von ihren eigenen Landsleuten (Rotröcken) bedroht und vom MacKenzie-Clan aufgenommen. Doch auch dort ist man sich nicht sicher, was von Claire zu halten ist. Durch ihre Kenntnisse in Botanik und ihr Wissen aus ihrer Zeit als Krankenschwester im zweiten Weltkrieg entsteht der Eindruck, dass sie eine Hexe sein könnte.

Um nicht an die Rotröcke ausgeliefert zu werden, muss Claire Schottin werde. Und dies geht nur durch Heirat, mit Jamie. Zuerst skeptisch entspinnt sich eine Liebesgeschichte zwischen den beiden Zwangsverheirateten. Doch auch Jamie hat sein Paket zu tragen, auf ihn ist ein Kopfgeld ausgesetzt, er wurde mehrfach vom fiesen Black Jack Randall (ein Vorfahr von Claires Ehemann Frank) ausgepeitscht und saß schon so einige Male im Gefängnis.

Das Buch hat einige Seiten, etwas über 800 und so zieht sich die Geschichte doch an der ein oder anderen Stelle. Mir hat das Buch gut gefallen, jedoch ging mir nach einiger Zeit das hin und her zwischen Jamie und Claire auf die Nerven. Erst lieben sie sich, dann streiten sie sich, dann lieben sie sich und immer so weiter. Teilweise ist es aus sehr vorhersehbar, dass gleich wieder etwas passiert, die Seiten wollen ja gefüllt sein.

Schön finde ich, dass die Serie sehr nah am Buch ist. Natürlich weicht sie in einigen Punkten ab und ich hätte mir grade Jamie ganz anders vorgestellt (der Serienjamie erinnert mich einfach zu sehr an Dean aus Gilmore Girls und der ist ja eher so der Schluffityp). Trotzdem muss man den Machern ein Lob aussprechen, auch für die schönen Aufnahmen, die größtenteils, soweit ich das nachvollziehen konnte, wirklich in Schottland entstanden sind.

Ein Highlight beim schauen der Serie war das Wiedererkennen von Orten. Als ich nach dem Abitur in Schottland war besuchte ich mit der anderen Mitfreiwilligen auch Dune Castle, damals vor allem bekannt durch Monty Pythons Ritter der Kokosnuss. Dune Castle ist in der Serie Burg Leoch und schon bei der ersten Einblendung der Burg entwich mir der Satz: „Das ist doch Dune Castle.“ Erstaunlich, dass ich das wiedererkannt habe, wo ich mich doch sonst so schlecht an solche Dinge erinnern kann.

Sam Feuerbach – Die Auftragsmörderin: Die Krosann-Saga

Ich habe mal wieder ein Buch beendet, welches ich für die Harry Potter Lesechallenge verwenden kann. Bei Portus war die Aufgabe ein Buch zu lesen, dessen Welt nicht in der Wirklichkeit zu finden ist. Das ist bei Die Auftragsmörderin: Die Krosann-Sage von Sam Feuerbach der Fall. Die Geschichte spielt im Königreich Toladar.

Prinz Karek soll irgendwann dieses Königreich reagieren. Um darauf vorbereitet zu werden hat er Kampf- und Kundeunterricht. Beides interessiert ihn nicht sonderlich, denn in beiden Unterrichten geht es immer nur um Krieg. Karek ist aber eher eine friedliche Person und daran interessiert die Konflikte auf eine friedliche Art zu lösen. Mit diesem Ansatz eckt er aber immer wieder an. Auch sonst entspricht er nicht dem Bild eines Prinzen bzw. des zukünftigen Königs. Er isst viel zu viel und ist entsprechend dick.

Durch Zufall gelangt er jedoch an einen Brief, der aus einer längst vergessenen Zeit und von Wesen zu kommen scheint, die gar nicht mehr existieren. Zusätzlich kommt ans Licht, dass eine Auftragsmörderin auf ihn angesetzt ist und er in der Burg des Königs nicht mehr sicher ist. Karek wird somit zu einem Bekannten geschickt, getarnt als Soldatenanwärter. Das Leben als Soldatenanwärter ist nicht leicht für ihn, bringt aber neue Freundschaften.

Doch dann überschlagen sich die Ereignisse, Menschen sterben, Karek bekommt Kontakt zur Auftragsmörderin und steht vor großen neuen Herausforderungen.

Mir hat das Buch gut gefallen. Was ich von der Auftragsmörderin halten soll, weiß ich noch nicht. Warum sie so ist, wie sie ist, wird aber klar, da in kurzen Rückblenden ihr bisheriges Leben beleuchtet wird. Man mag ihr gar manchen Mord verzeihen, wenn man ihre Geschichte kennt.

Prinz Karek dagegen kann man nur mögen. Er setzt sich für seine Kameraden ein, er ist nicht eitel oder zu verwöhnt, dafür aber ein wenig trottelig. Außerdem gefällt mir sehr gut, dass er versucht Konflikte friedlich zu lösen. In vielen Büchern, die in einer mittelalterlichen Welt spielen, sind friedliche Lösungsansätze gar nicht vorgesehen.

Den zweiten Band habe ich mir direkt im Anschluss runtergeladen, da der erste Band doch sehr offen endet. Ich bin gespannt wie es weitergeht und welche Abenteuer Karek noch erwarten.

Mike Powelz – Die Flockenleserin

In dieser Aufgabe ging es darum ein Buch zu lesen, in welchem es um den Tod geht. Deswegen habe ich Die Flockenleserin von Mike Powelz gelesen. In diesem Buch verarbeitet Mike Powelz den Tod seines Vater und versucht den Lesern die Angst vor dem Tod zu nehmen. Er beschreibt, eingebettet in einen Krimi, die letzten Tage seines Vaters in einem Hospiz. Er selbst und auch seine Eltern und die Schwester kommen in dem Buch vor, was ich zu erst etwas merkwürdig fand.

Minnie, die Protagonistin dieses Buches, kommt als neuer Gast nach Haus Holle, ein Hospiz mitten in Hamburg. Dort trifft sie auf ganz unterschiedliche Menschen, eine Hundezüchterin, ein lesbisches Ehepaar, eine ehemalige Schönheitskönigin, eine drogenabhängige Obdachlose und noch viele weiter Personen. Schnell lernt sie die anderen Gäste, so der Begriff für die Bewohner von Haus Holle, kennen und erkennt auch, dass nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Denn nicht alle Gäste sterben an ihren jeweiligen Krankheiten, so zumindest macht es für Minnie den Anschein. Gemeinsam mit Mike (genau, der Autor) beginnt sie zu „ermitteln“ und kommt schlussendlich dem Mörder auf die Spur.

Einen Krimi in einem Hospiz spielen zu lassen ist ungewöhnlich, aber nicht undenkbar. Es ist eine gute Gelegenheit, einen Einblick in den Alltag eines Hospizes zu geben und aufzuzeigen, wie schön die letzten Tage der dort lebenden Menschen gestaltet werden. Auch der Tod wird dort nicht als das Böse oder angsteinflößende Übel behandelt, sondern einfach als der nächste Schritt auf dem Lebensweg. Ob das Buch wirklich die Angst vorm Sterben nehmen kann weiß ich nicht, kann es auch nicht wirklich beurteilen, da ich noch nie Angst davor hatte.

Peter Schmidt – Der Junge vom Saturn

Hermine liest viel und vor allem auch viel „schwere Kost“. Deswegen hier auch die Aufgabe eine Biografie zu lesen. Und genau das habe ich letzte Woche mit Der Junge vom Saturn von Peter Schmidt getan. In diesem Buch beschreibt Peter Schmidt seine Kindheit und Jugend und vor allem seine Andersartigkeit, denn Peter Schmidt ist, was er damals noch nicht wusste, Asperger-Autist.

Bei vielen Schilderungen von Peter Schmidt über die Grausamkeit seiner Mitschüler musste ich schlucken. Ähnliches habe ich in der Schule durchmachen müssen, denn ich war auch anders als die anderen Kinder. Warum keiner Peter Schmidt verstanden hat, ist mir ein Rätsel, ich finde vieles was er tut sehr klar nachvollziehbar. Einiges jedoch kann ich nicht nachvollziehen, vieles finde ich mutig und hätte mich niemals getraut so zu handeln. So beschreibt er zum Beispiel, dass er als Kind von Haus zu Haus gegangen ist um um Ableger von Kakteen zu bitten. Ich habe früher mit niemandem gesprochen und erst recht nicht mit Fremden, sehr mutig so eine Aktion.

„Grün ist vier und vier ist grün“ schreibt Peter Schmidt in seinem Buch und ich hätte am liebsten laut „Genau!“ gerufen. Wie oft musste ich mich ermahnen nicht laut „Vier!“ zu rufen, wenn die Ampel auf grün umgesprungen ist und der Fahrer es verpasst hatte. Andere Zahlen haben bei mir keine so klar definierte Farbe, der Zahlenstrahl ist für mich aber gleichzeitig auch ein Farbenstrahl, ohne dass ich ihn wirklich erklären könnte.

Bücher wie diese wühlen mich auch, stelle ich mir doch immer und immer wieder die Frage, ob ich nicht auch betroffen bin. Tests im Internet sind recht eindeutig, da erfülle ich alle Kriterien. Ob das aber so wissenschaftlich fundiert ist, weiß ich nicht. Was aber sicher ist, ich bin anders, das kann Herr Baehr besonders gut bestätigen, aber sicherlich auch meine Mutter. Ich plane alles und kann einen richtigen Wutanfall bekommen, wenn es nicht so läuft wie ich es geplant habe. Ich kann absolut keinen Smalltalk, werde in solchen Situationen oft gefragt, warum ich jetzt lachen würde (dachte immer, man lacht/lächelt bei Small Talk). Ich verstehe Ironie nur, wenn sie sehr extrem ist oder wenn jemand es direkt dazu sagt. Ich verstehe viele Witze nicht und lasse mich besonders leicht veräppeln.

Andere Menschen, besonders fremde Menschen, finde ich sehr anstrengend. Selbst Freunde ertrage ich nur für eine bestimmte Zeit und brauche dann eine Rückzugsmöglichkeit und einfach meine Ruhe. Auch Herrn Baehr kann ich nicht dauerhaft ertragen, zum Glück spielt er ja gerne Computer, da kann ich ihn oft hinschicken, wenn es mir zu viel wird. Berührungen mochte ich schon als Kind nicht und das hat sich auch bis jetzt nicht geändert. Menschenmengen lösen bei mir ein Unwohlsein aus, enge Menschenmengen besonders.

Das alles macht es nicht immer leicht, gehört aber zu mir dazu. Und es ist wichtig, dass es Menschen wie Peter Schmidt gibt, die an die Öffentlichkeit treten und von ihrem Leben und Leiden berichten.

Mella Dumont – Lavendelmond

Erst beim lesen von Lavendelmond von Mella Dumont ist mir aufgefallen, dass dieses Buch sogar zur Harry Potter Lesechallenge passt. Die Aufgabe zu „Expecto Patronum“ fordert ein Buch zu lesen, in dem sich ein männlicher Protagonist zu einem Beschützer à la Edward Cullen entwickelt. Und genau das ist in diesem Buch der Fall, finde ich zumindest.

Lavendelmond ist der zweite Teil der Colors of Life Serie und knüpft an den vorherigen Band (Himbeermond) an. Man sollte diesen also gelesen haben, um alle Zusammenhänge zu verstehen. Schon im Himbeermond lernen sich Lina und Leo kennen und lieben. Und Lina entdeckt ihre besondere Gabe, sie kann die Auren der Menschen sehen und somit auch ihren Gefühlszustand. Auch Leo hat ein solches Talent, auch wenn er nicht die Auren sieht. Er unterrichtet Lina und hilft ihr, ihre Fähigkeiten zu entwickeln. Das Problem ist nur, dass Lina aus dem Clan der Mahlers kommt und Leo aus dem Wagner-Clan. Diese beiden Clans sind verfeindet, eine Vermischung der beiden Blutlinien ist nicht erwünscht.

Wie schon im ersten Band hat Lina mit dem Zwist zwischen den verfeindeten Clans zu kämpfen. Außerdem versucht sie weiterhin herauszufinden, was genau die Wagners ihrer Tante Mel angetan haben, denn diese liegt seit einem Angriff der Wagners im Koma. Lina stürzt sich in die nächsten Abenteuer und bedenkt dabei oft nicht, dass sie ihr Leben in Gefahr bringen könnte. Und genau hier wird Leo zu Linas Edward. Er versucht sie zu bremsen, wenn es notwendig ist oder sie zu unterstützen, um Gefahren von ihr abzuwenden.

Leo erinnert mich auch sonst irgendwie ein bisschen an Edward, obwohl mir Edward doch sympathischer war. Auch Leo ist der Schönling in der Familie auf den alle Mädchen abfahren. Und auch er hat Eltern mit Geld, die ihn unterstützen und fast alle seine Wünsche erfüllen. Trotzdem ist er auch oft anders, denn Leo ist irgendwie sehr altmodisch. Er nennt Lina bei jeder Gelegenheit „Liebes“, steht auf teure alte Hotels und gediegene Abendessen. Auf jeden Fall wäre er nicht mein Typ.

Das Buch war in Ordnung, Lina ist mir nur ein bisschen zu naiv. Gut an der Reihe gefällt mir die Freundschaft zwischen Lina und ihrer Mitbewohnerin Angie, die trotz aller Unterschiede immer zu ihr steht und Lina in allem unterstützt. Dabei steckt sie, für mein Gefühl, recht oft zurück.

Katrin Koppold – Hoffnung auf Kirschblüten

Aufgabe war es ein Buch zu lesen, welches in mir beim Lesen des Klappentextes und Betrachten des Covers eine Explosion der Begeisterung auslöst. Hoffnung auf Kirschblüten von Katrin Koppold hat genau das bei mir ausgelöst. Es ist der vierte Band der Sternschnuppen-Reihe auf den ich gewartet habe, seit ich Ende letzten Jahres die ersten drei Bände regelrecht verschlungen habe. Erzählt wird in jedem Band die Geschichte einer der vier Baum-Schwestern. Beginnend mit Helga, die auf einer verrückten Reise nach Italien ihren Mann Nils kennen und lieben lernt, Fee, die in Irland auf der Suche nach ihrer wahren Liebe ist und vor ihrem Leben davon läuft, Lilly, die nach kurzer Ehe vor den Scherben ihres Lebens steht und sich nicht nur mit dem plötzlichen Auftauchen ihrer Jugendliebe Anton auseinandersetzen muss, sondern auch noch Frauenschwarm Jakob am Hals hat und schlußendlich Mia, die sich eigentlich nie festlegen konnte und doch den Mann findet, den sie lieben kann.

Ich möchte gar nicht viel über den Inhalt schreiben, um nichts vorweg zu nehmen, denn diese Bücher muss man selbst lesen. Ich hatte mich schon lange auf den letzten Band gefreut, weniger wegen der Hauptprotagonistin Mia, viel mehr wegen dem Wiedersehen mit ihren Schwestern. Mia ist in den ersten drei Büchern nicht gut weggekommen und ist mir wahrscheinlich vom Charakter her am unähnlichsten, mit ein Grund warum ich nie wirklich warm mit ihr geworden bin. Auch am Ende des Buches ist Mia mir nicht sympathischer oder unsympathischer, aber gerade das hat mir gefallen. Sie ist über alle vier Bände die geblieben, als die sie im ersten Band eingeführt wurde.

Besonders gut an allen vier Büchern hat mir gefallen, dass sie eben nicht wie die kitschigen Liebesromane geschrieben sind. Natürlich finden alle vier Schwestern ihr Glück, das aber meist nicht auf direktem Wege. Und wie im wahren Leben passiert es auch hier, dass man den Liebsten in einer großen Menschenmenge eben nicht zum richtigen Zeitpunkt findet oder sich zufällig begegnet.