Nina und Adrian Hoffmann – Eine Insel nur für uns: Eine wahre Geschichte über Einsamkeit und Zweisamkeit

Lange hat mich ein Bericht nicht mehr so gefesselt, wie die Geschichte von Nina und Adrian Hoffmann, die in ihrem Buch Eine Insel nur für uns: Eine wahre Geschichte über Einsamkeit und Zweisamkeit von ihrem Jahr auf einer einsamen Insel mitten in der Südsee berichten. Im ersten Moment klingt ihr Unterfangen völlig verrückt, mutig und zugleich unglaublich abenteuerlich. Doch mit dem Verlauf des Buches wurde zumindest mir immer mehr klar, warum die beiden das gemacht haben.

 

Inhalt

Nina und Adrian haben den Alltag in Deutschland und in ihren Berufen satt. Adrian arbeitet bei der Zeitung, schreibt Berichte über Unfälle und sonstige Ereignisse in der Region, Nina ist Lehrerin. Das Auslaufen von Ninas befristeter Stelle nehmen die beiden zum Anlass ihren verrückten Traum von einem Leben auf einer einsamen Insel in die Tat umzusetzen. Sie lösen ihr Leben in Deutschland auf und machen sich auf die Suche nach der passenden Insel. Durch Zufall werden sie relativ schnell in Tonga fündig, ein Amerikaner besitzt dort eine Insel, die er ihnen zur Verfügung stellt. Inklusive eines kleinen Häuschens.

Und so stehen einige Wochen später Nina, Adrian, ihr Hund Sunday und ganz viele Kisten mit Proviant am Strand dieses einsamen und wundervollen Paradieses. Schnell wird klar, so ein Inselleben ist kein Zuckerschlecken. Die beiden müssen sowohl das kleine Häuschen, als auch die Küchenstelle in Stand setzen, einen Garten anlegen, ihre Vorräte vor Tieren und dem Wetter schützen und zusätzliche Wege im Dickicht des Inselinneren anlegen.

Doch trotz all der Arbeit haben die beiden Zeit für das, was ihnen so wichtig war. Entschleunigung, Zeit füreinander und Zeit zum alleinsein. Ihr Leben wird nicht mehr von außen bestimmt, von Stundenplänen und anderen Menschen.

Doch ganz ohne andere Menschen geht es nicht. Nina und Adrian haben das Glück wundervolle Menschen kennenzulernen, die bereit sind ihnen in allen Lebenslagen zu helfen, ihnen Lebensmittel zu besorgen, bei der Auflösung eines Seegurkencamps zu helfen oder einfach nur vorbeischauen und mal einen Fisch bringen.

 

Meine Meinung

Ein Jahr komplett auszusteigen ist ein Traum vieler Menschen und nicht wenige setzen ihn tatsächlich in die Tat um. Dabei gehen viele aber nicht solch einen radikalen Schritt und ziehen direkt auf eine einsame Insel. Ich bewundere die beiden für diesen Entschluss, bin ich doch eher ein vorsichtiger Mensch, der alles dreimal prüft und gerne alle Unwägbarkeiten ausschließt.

Nina und Adrian leben ihren Traum, zumindest für ein Jahr. Auch wenn der Traum ein hartes und kräfteraubendes Leben bedeutet und doch so manche Gefahren mit sich bringt. Sie lernen, wie unberechenbar und kraftvoll die Natur sein kann. Aber auch wie gefährlich ihre Einsamkeit ist, wenn 20 Männer ein Camp auf eben dieser Insel aufschlagen. Doch all diese Ereignisse meistern sie und wahrscheinlich ist es auch genau das, was das Leben dort ausmacht.

 

Fazit

Ein toller Bericht über ein Jahr in Einsamkeit oder Zweisamkeit. Vielleicht auch Dreisamkeit, denn sie haben ja auch den Hund dabei. Auf jeden Fall ein toller Bericht über ein nicht ganz alltägliches Pausenjahr.

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Virginia Fox – Rocky Mountain Snow

Sie schreibt und schreibt und schreibt, Virginia Fox veröffentlicht mit Rocky Mountain Snow ihren 13 Band der Rocky Mountain-Reihe. Und ein Ende ist bisher nicht geplant, was mich doch recht glücklich macht. Sind die Bücher doch oft von den Hauptfiguren sehr unterschiedlich, haben sie alle eins gemeinsam. Die liebevolle und tolle Atmosphäre des kleinen fiktiven Ortes Independence mitten in den Rocky Mountains.

 

Inhalt

In diesem Band erfährt der Leser, wie Astrid, die Apothekerin, und Mouse, ein weiteres Mitglied der Motoradgang True Warriors zueinander finden. Diesmal mag ich die Liebesgeschichte zwischen den beiden sehr, denn sie ist so schön normal. Beide interessieren sich füreinander, sind schon eine Weile umeinander herumgeschlichen und schließlich entwickelt sich ganz leicht etwas zwischen den beiden. Es ist kein langes umeinander rumtänzeln oder gar ein hin und her mit ungewissem Ausgang. Die Fakten sind klar und gerade Mouse spielt mit offenen Karten.

Außerdem unterstütz er Astrid in allem was sie tut und die ist sehr aktiv. Ihr geht es gegen den Strich, dass die Menschen in den Trailerparks rund um Independence so ein schlechtes Leben führen und teilweise nicht richtig medizinisch versorgt werden. Von ihrem eigenen Geld beginnt sie Medikamente und nötige Dinge für diese Menschen zu kaufen und legt sie ihnen heimlich vor die Türe. Sie wird als schwarzer Engel schnell bekannt und von vielen Menschen geliebt.

Doch das ist nicht genug, gemeinsam mit einigen anderen Frauen hat sie ein Kommitee gegründet, um Menschen zu unterstützen, die Hilfe nötig haben. Und da Weihnachten vor der Tür steht ist das für Astrid der perfekte Zeitpunkt eine größere Aktion zu starten und dafür Spendengelder, auch aus dem örtlichen Wetttopf, zu verwenden. Das führt nicht bei allen Mitgliedern der Gemeinde zu Begeisterung und so bekommt sie sehr schnell Gegenwind.

 

Meine Meinung

Wie bereits gesagt, mag ich die Geschichte von Astrid und Mouse, denn sie ist so „erwachsen“. Kein kindisches Gehabe, kein umeinander herumgeschleiche, keine blöden Streitigkeiten. Sondern einfach zwei Menschen, die entdecken, dass sie Gefühle füreinander haben und die plötzlich nicht mehr ohne einander können.

Aber auch die Geschichte um Astrid und ihre Hilfe für die Menschen in den Trailerparks ist wichtig, zeigt sie doch auf, wie auch heute noch viele Menschen in einem der reichsten Länder der Erde leben müssen, ohne Krankenversicherung, ohne eine richtige Wohnung und mit sehr wenigen Mitteln um das Leben überhaupt zu bestreiten. Da ist es wichtig, dass es Menschen wie Astrid gibt, die sich einsetzen und auf die Ungerechtigkeit aufmerksam machen.

Und wieder tauchen hier liebgewonnene Charaktere auf, der Leser erfährt am Rande der Geschichte, wie das Leben der Hauptfiguren aus den vorherigen Büchern weiter ging und was bei ihnen aktuell ansteht. Und im Mittelpunkt steht wie immer das wunderbare Diner der Disney-Sisters, ein Ort an dem ich auch gerne einmal mindestens einen Kaffee trinken würde.

 

Fazit

Eines der stärkeren Bücher dieser Reihe mit einem Paar als Hauptfiguren, die so schön normal sind und doch so besonders in ihrem Engagement.

Hannah Siebern – Barfuß im Schnee

Vorab: Vielen Dank an Hannah, dass ich das Buch testlesen durfte. Ich liebe die Barfuß-Reihe und freue mich über jeden neuen Band. Zum Glück muss ich ja auf den nächten nicht mehr lange warten.

Barfuß im Schnee ist eine kleine Zusatzgeschichte zum ersten Teil der Reihe Barfuß im Regen in welcher Hannah Siebern die Geschichte von Janna und Josh weitererzählt.

 

Inhalt

Janna und Josh sind schon seit einiger Zeit zusammen und kennen sich ihr ganzes Leben. Für Josh ist Janna die große Liebe und so steht für ihn fest, dass er sie heiraten will. Er kann sich ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen. Er weiß, dass es Janna genauso geht, jedoch ist er sich nicht sicher, ob sie ja sagen wird, wenn er sie bittet seine Frau zu werden. Janna war bereits einmal verheiratet und hat in ihrer Ehe ziemlich schlimme Erfahrungen machen müssen. Eigentlich vertraut sie Josh zu 100%, doch dieser letzte Schritt ist ihr zu groß.

Und trotzdem nimmt Josh all seinen Mut zusammen und bereitet, gemeinsam mit dem Freund von Jannas Schwester, einen Heiratsantrag vor, welchen er Janna auf der Silvesterparty machen möchte. Doch traut er sich dann auch wirklich? Und wie wird Janna reagieren? Bedeutet dies im schlimmsten Fall das Aus für die Beziehung?

 

Meine Meinung

Ich mochte Barfuß im Regen und seine beiden Hauptcharaktere sehr gerne. Und so hat es mich gefreut, dass es eine, wenn auch sehr kurze, Fortsetzung zu Jannas und Joshs Geschichte gab. Gleichzeitig leitet diese Kurzgeschichte auf den neuen Band über, was total ok ist und nicht überhand in der Geschichte nimmt.

So kurz die Geschichte auch ist, sie hat einiges an Tiefe und beschäftigt sich mit einem sehr ernsten und wichtigen Thema. Janna muss sich einmal mehr ihrer Vergangenheit stellen und ihre Ängste aufarbeiten. Man bekommt den Eindruck, dass sie das oft viel zu wenig tut und vieles bisher einfach verdrängt hat. Doch genau das ist der falsche Weg aus meiner Sicht.

 

Fazit

Wer die Barfuß-Reihe mag, mag auch diese Kurzgeschichte. Wer Janna und Josh besonders mochte, wird diesen Teil lieben.

Virginia Fox – Rocky Mountain Heat

Virginia Fox liefert ein Buch nach dem anderen ab und das zum Glück nicht auf Kosten der Qualität. Mit Rocky Mountain Heat erschien schon der zwölfte Teil ihrer Rocky Mountain-Reihe, die in der kleinen Stadt Independence mitten in den Rockies spielt.

Inhalt

Charlie und ihr Sohn Ethan ziehen von Ort zu Ort, immer sind sie auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit und besonders vor Charlies Exman. Doch in Independence fühlen sie sich wohl und so zögert Charlie die Flucht an einen neuen Ort immer weiter hinaus. Hier hat sie einen Job als Buchhändlerin, der ihr Spaß macht. Freunde, die für sie da sind und sie so nehmen, wie sie ist. Und besonders wichtig für sie, Ethan scheint endlich angekommen zu sein und fühlt sich pudelwohl.

Und dann ist da ja auch noch Blackbird. Der ehemalige Soldat ist genauso wie Charlie auf der Flucht, er aber vor seiner Vergangenheit, die ihn immer wieder einholt. Er leidet an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Charlie fühlt sich irgendwie zu ihm hingezogen und auch sie ruft in Blackbird Beschützerinstinkte wach. Doch so ganz trauen die beiden sich nicht über den Weg.

Als dann aber Charlies Vergangenheit im wahrsten Sinne des Wortes plötzlich vor der Tür steht, gibt es für Blackbird kein Halten mehr. Er verschreibt sich ganz der Rettung dieser außergewöhnlichen Frau.

 

Meine Meinung

Ich bin zu Anfang mit Charlie und Blackbird nicht warm geworden, irgendwie habe ich ein Problem mit Menschen, die immer wieder vor ihren Problemen davonlaufen, auch wenn ich das manchmal vielleicht auch unbewusst tue. Doch Charlie handelt in meinen Augen recht feige, vor allem hat sie nicht nur die Verantwortung für ihr Leben, sondern auch für das ihres Sohnes Ethan.

Zum Glück lässt sie sich aber auf Hilfe ein und versucht selbst Blackbird zu helfen. Besonders gut hat mir auch in diesem Buch wieder der freundliche Umgang der Menschen miteinander in dieser kleinen Stadt gefallen. Hier hilft jeder jedem und hat immer ein offenes Ohr oder eine offene Tür. Solche Orte gibt es leider viel zu wenig, die Menschen trauen einander nicht mehr und bleiben für sich.

Schön ist es auch zu erfahren, wie es mit anderen Charakteren weiter geht. Welche Kinder geboren werden und welche neuen Freundschaften entstehen. Und dann natürlich der Gastauftritt von Luna Maie, auf deren weitere Geschichte ich ja besonders gespannt bin, denn die Drachenschwestern-Bücher mag ich fast noch mehr als die Rocky Mountain-Reihe.

 

Fazit

Rocky Mountain Heat reiht sich perfekt in diese Reihe ein und erzählt die Geschichte der Menschen in einer außergewöhnlichen Stadt, die noch ein bisschen heile Welt ist und doch so viel erlebt.

Michelle Schrenk – Wann immer ich die Sonne sehe

Michelle Schrenk hat mit Wann immer ich die Sonne sehe wieder einen neuen und sehr berührenden Roman geschrieben. Es gelingt ihr mal wieder Trauer und Glück zu verbinden und zu zeigen, dass nach Regen immer wieder Sonnenschein kommt.

 

Inhalt

Mia ist traurig und vergräbt sich in ihrer Wohnung. Das Leben ist ungerecht, denn es hat ihr ihre große Liebe Kai genommen. Kai, der so lebenslustig war und immer das positive gesehen hat. Bevor er gestorben ist hat er ihr einen Sonnenanhänger geschenkt. Dieser soll sie daran erinnern, dass er immer besonders dann bei ihr ist, wenn Mia die Sonne sieht.

Doch dann kommt es noch schlimmer, Mia verliert ihren Job und der Vermieter kündigt ihr die Wohnung wegen Eigenbedarf. Ihren Freundinnen gelingt es nicht mehr Mia aufzufangen. Doch dann begegnet sie Hannes, immer wieder wie durch Zufall. Ständig ist er genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Doch Mia will sich nicht auf Hannes einlassen. Denn das bedeutet für sie auch Kai loszulassen, ja es fühlt sich fast wie ein Verrat an Kai an.

Doch Hannes bleibt ein Teil von Mias Leben und reicht ihr immer wieder die Hand. Dazu hat sie zwei wunderbare Freundinnen, die in jeder Lebenslage für sie da sind, ihr den nötigen Tritt in den Hintern verpassen, sie aber auch immer wieder auffangen. Und die sie in ihrer Trauer begleiten.

 

Meine Meinung

Ich mag die Bücher von Michelle Schrenk sowieso sehr gerne, so dass es hier leicht war mich wieder zu überzeugen. Es gelingt ihr in dem Buch ein so sensibles Thema wie den Verlust des geliebten Partners zu thematisieren, ohne extrem kitschig zu werden oder ein riesengroßes Drama zu inszenieren. Sie zeigt, dass Trauer Raum und Zeit braucht und auch, dass sich Trauer verändert mit der Zeit.

Natürlich möchte man als Leser immer wieder schreien und Mia sagen, dass sie sich doch jetzt einfach mal nur zusammenreißen muss, denn das Leben schenkt ihr so viele wunderbare Chancen. Doch genau das ist für einen trauernden Menschen gar nicht so leicht zu sehen. Und so ist es toll, dass Mia wundervolle Freundinnen haben, die sie tragen. Solche Freunde braucht ein jeder.

 

Fazit

Ein tolles Buch über Liebe und Freundschaft und über die Chancen, die einem das Leben schenkt. Und ein Buch, dass uns zeigt, dass nach Regen immer wieder Sonnenschein kommt, wenn wir die Sonne denn auch sehen wollen.

Hannah Siebern – Barfuß durchs Leben

Hannah Siebern hat mit Barfuß durchs Leben ihre Barfuß-Reihe fortgesetzt, was mich sehr freut, denn ich lese ihre Bücher sehr gerne. Diesmal erzählt sie die Geschichte von Jannas kleinem Bruder Max, sowie von Jacky, Saskias Pflegekind. Aber auch die Geschichte von Saskia und Matze, die die beiden Hauptfiguren im vorherigen Band waren, wird weitererzählt und ist natürlich eng mit Jackys Geschichte verbunden.

 

Inhalt

Jackys Freund macht (mal wieder) per Telefon mit ihr Schluss. Doch diesmal ist es noch schlimmer, denn Jacky hat einen Haufen Probleme am Hals, ziemlich schwerwiegende Probleme. Und was macht eine völlig überforderte Jugendliche, wenn sie nicht mehr weiter weiß und sowieso in ihrem Leben kaum Unterstützung erfahren hat? Sie versucht den ganzen Mist zu beenden. Doch so weit kommt es gar nicht, denn sie trifft vorher auf Max, den kleinen Bruder von Janna, die die Hauptperson im ersten Band der Reihe ist und in den Folgebänden immer wieder eine Rolle spielt.

Max ist eigentlich gar nicht der Typ, der sich für andere interessiert. Am Liebsten hat er seine Ruhe und lebt sehr zurückgezogen in einer Hütte mitten im Wald. Etwas schrullig für einen jungen Mann, doch Max ist endlich glücklich mit seinem Leben. Doch Jacky löst irgendwas in ihm aus und so bietet er ihr seine Hilfe an.

Fortan hat Max Jacky „an der Backe“, sie wirbelt sein Leben ordentlich durcheinander und sieht zu, dass er sich aus dem Haus traut und wieder unter Menschen geht. Aber auch Max tut Jacky gut und hilft ihr all ihre Probleme anzugehen, auch wenn er sie nicht für sie lösen kann. Nur eins möchte Max auf keinen Fall, sich in Jacky verlieben.

 

Meine Meinung

Wie eingangs bereits geschrieben, bin ich ein Fan von Hannah Siebern und ihrer Barfuß-Reihe und so konnte sie mich auch mit diesem Band überzeugen. Jacky war mir noch im Vorgängerband unsympathisch, auch wenn ich Mitleid mit ihr und ihrer Situation hatte. In diesem Band hat sie aber sehr an Tiefe gewonnen und der Leser hat einen tiefen Einblick hinter die Fassade bekommen.

Auch Max ist auf den ersten Blick ein komischer Vogel, kein Mensch mit dem man sich länger beschäftigen möchte. Und doch lernt der Leser ihn im Verlauf des Buches sehr zu schätzen.

Besonders gut gefallen hat mir, dass Hannah Siebern mit diesem Buch auf Menschen aufmerksam macht, die es nicht so leicht haben im Leben und die im ersten Moment auf uns abstoßend wirken, weil wir uns nicht mit fremden Problemen belasten wollen. Ein Blick hinter die Fassade lohnt aber in vielen Fällen. Es ist so wichtig einen Menschen nicht wegen seines Aussehens oder seines oberflächlichen Auftretens zu verurteilen.

 

Fazit

Definitiv ein Buch für die „Gerne gelesen“-Kategorie, denn Hannah Siebern schreibt wunderbare Bücher, die tiefe Einblicke in das Leben von Menschen ermöglichen. Und die uns die Augen öffnen.

Mella Dumont – Isle of Seven

Von Mella Dumont habe ich die Colors of Life-Reihe gelesen und mochte die Bücher recht gerne, auch wenn mir nicht immer alle Charaktere sympathisch waren. Isle of Seven und auch der zweite Band der Siebenstern-Dystopie Isle of Us hörten sich vom Klappentext nach einer ganz anderen Welt an, aber nicht weniger spannend.

 

Inhalt

Falah ist eine junge Frau, die immer erst an andere denkt, bevor sie an sich denkt. So bringt sie sich in unglaubliche Schwierigkeiten als sie ihrem Nachbarn und Ziehvater Punkte für den Zahltag zuschummelt, damit dieser nicht unter die Linie gerät und ein sogenannter Red Ball wird. Doch anstatt einen Prozess und am Ende die Abstufung zu Red Ball zu durchlaufen, wird Falah auf die Akademie der Siebensterne berufen und erhält Platinstatus, den höchsten Status in ihrer Gesellschaft.

Auf dem Weg zur Akademie lernt sie Markus kennen und freundet sich recht schnell mit ihm an. Markus ist durch und durch Techniker und möchte herausfinden, was es mit der Insel der Siebensterne und dem Mythos um sie auf sich hat. Er weiht Fallah in seine Pläne ein und gemeinsam planen sie, wie sie die Geheimisse aufdecken können.

Falah wird schnell zu einer Symbolfigur in einer aufkommenden Revolution, denn sie ist das hilfsbereite Mädchen der Massen, dass es geschafft hat die Wahrheit aufzudecken. Doch für sie ist das alles nicht unbedingt gut, denn sie erkennt, dass sie mit ihrem Handeln nicht immer nur für Gutes gesorgt hat.

 

Meine Meinung

Die Idee dieser Utopie finde ich sehr spannend. Es gibt keine genauen Angaben wann dieses Buch spielt, jedoch deutet vieles darauf hin, dass wir uns ca. im Jahr 2100 befinden, nach einem Ölkrieg und in einer Welt mit unglaublicher Ressourcenknappheit. England hat sich vom Rest der Welt abgespalten und ein eigenes Wertesystem eingeführt. Die Reichen profitieren, die Armen werden oft noch ärmer und müssen um ihr Überleben kämpfen.

Um den Menschen Mut zu machen wird ein Mythos um die Siebensterne aufrecht erhalten, der aber unglaublich viele Lügen und Intriegen enthält. Siebensterne sind Wissenschaftler, die das Land voranbringen, aber ohne Verbindung zur restlichen Welt auf einer einsamen Insel leben und arbeiten.

Falah ist mir sympathisch und besonders gut gefällt mir, dass sie auch mal scheitert und nicht die glänzende Symbolfigur ist. Sie ist eine normale junge Frau, die vielleicht etwas zu neugierig ist, manchmal etwas naiv und die vor allem einen unglaublich ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hat.

Ein wenig erinnert mich Falah an Katniss aus den Tributen von Panem und doch ist sie wieder ein ganz anderer Typ. Auch das Punktesystem und die Zonen erinnern an die Welt von Katniss.

 

Mein Fazit

Meiner Meinung nach ist diese Reihe die bisher beste von Mella Dumont. Mich hat sie mit der Geschichte und der Welt die sie erschaffen hat absolut überzeugt. Für Leser, die die Tribute von Panem mochten, ist dieses Buch auf jeden Fall empfehlenswert.

Juli Zeh – Unterleuten

Mit ihrem Roman Unterleuten zeichnet Juli Zeh die Hölle nach, die das Dorfleben mit sich bringen kann. Auf den ersten Blick wirkt Unterleuten wie ein ganz normales Dorf mitten in Brandenburg. Da gibt es die Alteingesessenen und die Zugezogenen, die sich skeptisch gegenüberstehen. Es gibt alte Rivalitäten und alte Freundschaften. Und es gibt den geheimen Handel, Ware gegen Dienstleistung. Alles scheint normal, zumindest auf den ersten Blick.

Doch die Ruhe trügt und der Plan einen Windpark in Unterleuten zu bauen, schürt nur noch mehr Unruhe und Hass zwischen den Dorfbewohnern. Da ist der Vogelschützer Gerhard, der mit seiner fast 20 Jahre jüngeren Frau am Rande des Dorfs wohnt und alles tut, damit die Anlage nicht gebaut wird. Da ist der Bürgermeister Arne, der gefühlt zwischen allen Stühlen sitzt, aus Sicht einiger aber sehr parteiisch ist. Da ist Linda Franzen, aus dem Westen zugezogen, die versucht Land zu gewinnen um ihren Traum von einem Pferdehof wahr zu machen. Da ist Bodo Schaller, der sich nach einem Unfall an nichts erinnern kann und sich von bestimmten Dorfbewohnern für ihre Zwecke vor den Karren binden lässt. Da ist Kron, einer der ältesten Dorfbewohner und ein verbitterter Mann, der versucht seine ehemaligen Genossen aktiv zu machen und dabei seine Tochter in unangenehme Lagen versetzt. Und dann ist da Grombrowski, derjenige, der sich die LPG damals unter den Nagel gerissen hat und nun Vorsitzender der Ökologica GmbH ist und außerdem Krons ärgster Feind.

Juli Zeh erzählt die Geschichte nicht nur aus der Perspektive einer einzelnen Person, sondern wechselt mit jedem Kapitel die Perspektive. So ermöglicht sie dem Leser tiefe Einblicke in die Gefühlswelten der Protagonisten und sehr tiefe Einblicke in das Geschehen im Ort. Man blickt hinter die Fassade der heilen Welt in einen tiefen Abgrund aus Neid und Missgunst. Aber man kennt als Leser auch immer die Wahrheit und weiß, dass einige Figuren nicht nur ahnungslos tun, sondern es tatsächlich sind.

Auf den ersten Blick hätte ich gesagt, dass Unterleuten durchaus ein Ort ist, an dem man sich wohlfühlen kann und wo man gerne wohnen möchte, wenn man das Landleben liebt und bereit ist etwas für die Gemeinschaft zu tun und sich in dieser einzugliedern. Doch dieser erste Blick täuscht und nach einem Blick hinter die Kulissen bin ich froh dort zu wohnen, wo ich wohne.

Bisher hatte ich noch nichts von Juli Zeh gelesen und war von diesem Buch begeistert. Gefühlt plätschert die Handlung dahin, ist aber gleichzeitig wie ein Thriller, der einen gefangen hält. Ich mochte das Buch kaum aus der Hand legen und hätte gerne auch im Büro weitergelesen, um zu wissen wie wer nun als nächstes vorgehen würde. Ganz klar eines meiner Highlights dieses Jahr.

An dieser Stelle ein dickes Danke an meine Mama, die mir dieses tolle Buch zum ersten Geburtstag der Tochter geschenkt hat.

Michelle Schrenk – Strandküsse und ander Turbulenzen

Ich mag die Bücher von Michelle Schrenk sehr gerne und so war klar, dass ich im Rahmen der #5weeks5books-Lesechallenge ihr neuestes Buch Strandküsse und andere Turbulenzen lese. Dieses Buch spielt diesmal nicht in Nürnberg, wie sonst ihre anderen Bücher, sondern in Cuxhaven an der Nordsee. Denn dorthin reist Rike in einen zweiwöchigen Sommerurlaub, den sie eigentlich mit ihrem besten Freund Thomas machen wollte. Doch es kommt alles anders als geplant. Thomas lässt sie kurzfristig hängen, denn er hat die Liebe seines Lebens gefunden und kann nicht weg. Also steigt Rike schlecht gelaunt alleine in den Zug und trifft dort auf einen gut aussehenden Mann, der aber erstmal so gar nicht freundlich ist und sich von den ständigen Plings ihres Handys gestört fühlt.

Da der Mann auch nach Cuxhaven reist und ihr wie ein Schatten an den Fersen hängt, setzt sie sich mit ihm auseinander, vor allem als er ihr ihr Handy wiederbringt, welches sie beim Umstieg ins Taxi verloren hatte. Ohne Handy ist Rike ein Niemand, denn sie checkt ständig die sozialen Netzwerke und kann auch im Urlaub nicht aufhören zu arbeiten. Und Ablenkung und Kontakt mit ihren Freunden hat sie dringend nötig, denn auch die schöne Pension entpuppt sich als der absolute Reinfall, denn sie ist überhaupt nicht mehr so schön wie auf den Fotos im Internet, auch wenn sie die Pensionsbesitzerin die größte Mühe gibt Rike den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen.

Rike ist kurz davor den Urlaub abzubrechen, doch ihre Freundin Jana schlägt ihr vor eine Liste mit Dingen zu machen, die sie im Urlaub abarbeiten kann. Alles schöne Dinge, wie eine Schifffahrt oder eine Wattwanderung. Oder eben einen Strandkuss. Rike lässt sich auf diese verrückte Idee ein und beginnt eine Liste. Sie abzuarbeiten ist gar nicht so schwer, denn auch der Mann aus dem Zug taucht wieder auf.

Wie auch schon die anderen Bücher von Michelle Schrenk ist dieses ein kurzweiliges Buch, bei dem man sich an manchen Stellen ein Lachen nicht verkneifen kann. Natürlich ist schnell klar, worauf es hinausläuft, aber genau das gehört doch bei dieser Art Buch dazu. Für mich ein gelungener Sommerroman, der Lust auf eine Reise ans Meer macht.

Hannah Siebern – Barfuß auf Wolken

Endlich hat Hannah Siebern einen neuen Teil für ihre Barfuß-Reihe geschrieben. Barfuß auf Wolken ist vielleicht der bislang traurigste Teil, aber auch ein wunderschöner. Wie schon in den vorherigen Bänden knüpft diese Geschichte auch durch die Hauptperson an die anderen Teile an. Diesmal wird die Geschichte von Saskia erzählt, der Schwester von Chrissie aus Teil drei. Und auch die Geschichte von Timo, der mit Schuld am schlimmen Mobbing an Chrissie gewesen ist.

Saskia ist glücklich mit Matze, sie wohnen zusammen in einer schönen Wohnung und haben sich zwei Katzen angeschafft. Alles ist toll, wenn da nur nicht Matzes Bruder Timo wäre. Den mag Saskia nämlich gar nicht und das beruht auf Gegenseitigkeit. Timo ist überheblich und lässt Saskia und auch Matze spüren, dass er sich für etwas besseres hält. Doch Timo ist nun eben Matzes Bruder und so begegnen Saskia und er sich immer wieder.

Da Matze sehr unter den Differenzen leidet, beschließt er die zwei noch einmal zusammen zu bringen. Timo geht unglaublich gerne wandern und so liegt es nahe, dass Matze und Saskia ihn auf eine Wandertour in die Alpen begleiten. Kaum ist der Plan geschmiedet, machen sie sich schon auf den Weg. Doch der Ausflug läuft überhaupt nicht nach Plan, zumindest nicht nach dem Plan, den Matze hatte. Erst lehnt Saskia seinen Heiratsantrag ab und dann kommt es zu einem schlimmen Unfall. Plötzlich ist nichts mehr wie es war und Saskia erkennt, dass Timo doch eine wichtige Person in ihrem Leben ist.

Schon die drei Vorgänger Bände waren sehr emotional und haben mich gefesselt. Dieser ist vielleicht der beste Teil der Reihe. Zuerst dachte ich, es ist vorhersehbar, dann wieder nicht. Ich war hin und hergerissen und konnte Saskias Gefühle nur zu gut verstehen. Aber auch Timo ist eine tragische Figur und man bekommt sehr schnell Mitleid mit dem jungen Mann. Das sich am Ende auch nicht alles zum Guten wendet passt zum Buch und ist konsequent. Für mich eine absolute Leseempfehlung für alle, die auf diese Art Bücher stehen.