Mella Dumont – Isle of Seven

Von Mella Dumont habe ich die Colors of Life-Reihe gelesen und mochte die Bücher recht gerne, auch wenn mir nicht immer alle Charaktere sympathisch waren. Isle of Seven und auch der zweite Band der Siebenstern-Dystopie Isle of Us hörten sich vom Klappentext nach einer ganz anderen Welt an, aber nicht weniger spannend.

 

Inhalt

Falah ist eine junge Frau, die immer erst an andere denkt, bevor sie an sich denkt. So bringt sie sich in unglaubliche Schwierigkeiten als sie ihrem Nachbarn und Ziehvater Punkte für den Zahltag zuschummelt, damit dieser nicht unter die Linie gerät und ein sogenannter Red Ball wird. Doch anstatt einen Prozess und am Ende die Abstufung zu Red Ball zu durchlaufen, wird Falah auf die Akademie der Siebensterne berufen und erhält Platinstatus, den höchsten Status in ihrer Gesellschaft.

Auf dem Weg zur Akademie lernt sie Markus kennen und freundet sich recht schnell mit ihm an. Markus ist durch und durch Techniker und möchte herausfinden, was es mit der Insel der Siebensterne und dem Mythos um sie auf sich hat. Er weiht Fallah in seine Pläne ein und gemeinsam planen sie, wie sie die Geheimisse aufdecken können.

Falah wird schnell zu einer Symbolfigur in einer aufkommenden Revolution, denn sie ist das hilfsbereite Mädchen der Massen, dass es geschafft hat die Wahrheit aufzudecken. Doch für sie ist das alles nicht unbedingt gut, denn sie erkennt, dass sie mit ihrem Handeln nicht immer nur für Gutes gesorgt hat.

 

Meine Meinung

Die Idee dieser Utopie finde ich sehr spannend. Es gibt keine genauen Angaben wann dieses Buch spielt, jedoch deutet vieles darauf hin, dass wir uns ca. im Jahr 2100 befinden, nach einem Ölkrieg und in einer Welt mit unglaublicher Ressourcenknappheit. England hat sich vom Rest der Welt abgespalten und ein eigenes Wertesystem eingeführt. Die Reichen profitieren, die Armen werden oft noch ärmer und müssen um ihr Überleben kämpfen.

Um den Menschen Mut zu machen wird ein Mythos um die Siebensterne aufrecht erhalten, der aber unglaublich viele Lügen und Intriegen enthält. Siebensterne sind Wissenschaftler, die das Land voranbringen, aber ohne Verbindung zur restlichen Welt auf einer einsamen Insel leben und arbeiten.

Falah ist mir sympathisch und besonders gut gefällt mir, dass sie auch mal scheitert und nicht die glänzende Symbolfigur ist. Sie ist eine normale junge Frau, die vielleicht etwas zu neugierig ist, manchmal etwas naiv und die vor allem einen unglaublich ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hat.

Ein wenig erinnert mich Falah an Katniss aus den Tributen von Panem und doch ist sie wieder ein ganz anderer Typ. Auch das Punktesystem und die Zonen erinnern an die Welt von Katniss.

 

Mein Fazit

Meiner Meinung nach ist diese Reihe die bisher beste von Mella Dumont. Mich hat sie mit der Geschichte und der Welt die sie erschaffen hat absolut überzeugt. Für Leser, die die Tribute von Panem mochten, ist dieses Buch auf jeden Fall empfehlenswert.

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Juli Zeh – Unterleuten

Mit ihrem Roman Unterleuten zeichnet Juli Zeh die Hölle nach, die das Dorfleben mit sich bringen kann. Auf den ersten Blick wirkt Unterleuten wie ein ganz normales Dorf mitten in Brandenburg. Da gibt es die Alteingesessenen und die Zugezogenen, die sich skeptisch gegenüberstehen. Es gibt alte Rivalitäten und alte Freundschaften. Und es gibt den geheimen Handel, Ware gegen Dienstleistung. Alles scheint normal, zumindest auf den ersten Blick.

Doch die Ruhe trügt und der Plan einen Windpark in Unterleuten zu bauen, schürt nur noch mehr Unruhe und Hass zwischen den Dorfbewohnern. Da ist der Vogelschützer Gerhard, der mit seiner fast 20 Jahre jüngeren Frau am Rande des Dorfs wohnt und alles tut, damit die Anlage nicht gebaut wird. Da ist der Bürgermeister Arne, der gefühlt zwischen allen Stühlen sitzt, aus Sicht einiger aber sehr parteiisch ist. Da ist Linda Franzen, aus dem Westen zugezogen, die versucht Land zu gewinnen um ihren Traum von einem Pferdehof wahr zu machen. Da ist Bodo Schaller, der sich nach einem Unfall an nichts erinnern kann und sich von bestimmten Dorfbewohnern für ihre Zwecke vor den Karren binden lässt. Da ist Kron, einer der ältesten Dorfbewohner und ein verbitterter Mann, der versucht seine ehemaligen Genossen aktiv zu machen und dabei seine Tochter in unangenehme Lagen versetzt. Und dann ist da Grombrowski, derjenige, der sich die LPG damals unter den Nagel gerissen hat und nun Vorsitzender der Ökologica GmbH ist und außerdem Krons ärgster Feind.

Juli Zeh erzählt die Geschichte nicht nur aus der Perspektive einer einzelnen Person, sondern wechselt mit jedem Kapitel die Perspektive. So ermöglicht sie dem Leser tiefe Einblicke in die Gefühlswelten der Protagonisten und sehr tiefe Einblicke in das Geschehen im Ort. Man blickt hinter die Fassade der heilen Welt in einen tiefen Abgrund aus Neid und Missgunst. Aber man kennt als Leser auch immer die Wahrheit und weiß, dass einige Figuren nicht nur ahnungslos tun, sondern es tatsächlich sind.

Auf den ersten Blick hätte ich gesagt, dass Unterleuten durchaus ein Ort ist, an dem man sich wohlfühlen kann und wo man gerne wohnen möchte, wenn man das Landleben liebt und bereit ist etwas für die Gemeinschaft zu tun und sich in dieser einzugliedern. Doch dieser erste Blick täuscht und nach einem Blick hinter die Kulissen bin ich froh dort zu wohnen, wo ich wohne.

Bisher hatte ich noch nichts von Juli Zeh gelesen und war von diesem Buch begeistert. Gefühlt plätschert die Handlung dahin, ist aber gleichzeitig wie ein Thriller, der einen gefangen hält. Ich mochte das Buch kaum aus der Hand legen und hätte gerne auch im Büro weitergelesen, um zu wissen wie wer nun als nächstes vorgehen würde. Ganz klar eines meiner Highlights dieses Jahr.

An dieser Stelle ein dickes Danke an meine Mama, die mir dieses tolle Buch zum ersten Geburtstag der Tochter geschenkt hat.

Michelle Schrenk – Strandküsse und ander Turbulenzen

Ich mag die Bücher von Michelle Schrenk sehr gerne und so war klar, dass ich im Rahmen der #5weeks5books-Lesechallenge ihr neuestes Buch Strandküsse und andere Turbulenzen lese. Dieses Buch spielt diesmal nicht in Nürnberg, wie sonst ihre anderen Bücher, sondern in Cuxhaven an der Nordsee. Denn dorthin reist Rike in einen zweiwöchigen Sommerurlaub, den sie eigentlich mit ihrem besten Freund Thomas machen wollte. Doch es kommt alles anders als geplant. Thomas lässt sie kurzfristig hängen, denn er hat die Liebe seines Lebens gefunden und kann nicht weg. Also steigt Rike schlecht gelaunt alleine in den Zug und trifft dort auf einen gut aussehenden Mann, der aber erstmal so gar nicht freundlich ist und sich von den ständigen Plings ihres Handys gestört fühlt.

Da der Mann auch nach Cuxhaven reist und ihr wie ein Schatten an den Fersen hängt, setzt sie sich mit ihm auseinander, vor allem als er ihr ihr Handy wiederbringt, welches sie beim Umstieg ins Taxi verloren hatte. Ohne Handy ist Rike ein Niemand, denn sie checkt ständig die sozialen Netzwerke und kann auch im Urlaub nicht aufhören zu arbeiten. Und Ablenkung und Kontakt mit ihren Freunden hat sie dringend nötig, denn auch die schöne Pension entpuppt sich als der absolute Reinfall, denn sie ist überhaupt nicht mehr so schön wie auf den Fotos im Internet, auch wenn sie die Pensionsbesitzerin die größte Mühe gibt Rike den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen.

Rike ist kurz davor den Urlaub abzubrechen, doch ihre Freundin Jana schlägt ihr vor eine Liste mit Dingen zu machen, die sie im Urlaub abarbeiten kann. Alles schöne Dinge, wie eine Schifffahrt oder eine Wattwanderung. Oder eben einen Strandkuss. Rike lässt sich auf diese verrückte Idee ein und beginnt eine Liste. Sie abzuarbeiten ist gar nicht so schwer, denn auch der Mann aus dem Zug taucht wieder auf.

Wie auch schon die anderen Bücher von Michelle Schrenk ist dieses ein kurzweiliges Buch, bei dem man sich an manchen Stellen ein Lachen nicht verkneifen kann. Natürlich ist schnell klar, worauf es hinausläuft, aber genau das gehört doch bei dieser Art Buch dazu. Für mich ein gelungener Sommerroman, der Lust auf eine Reise ans Meer macht.

Hannah Siebern – Barfuß auf Wolken

Endlich hat Hannah Siebern einen neuen Teil für ihre Barfuß-Reihe geschrieben. Barfuß auf Wolken ist vielleicht der bislang traurigste Teil, aber auch ein wunderschöner. Wie schon in den vorherigen Bänden knüpft diese Geschichte auch durch die Hauptperson an die anderen Teile an. Diesmal wird die Geschichte von Saskia erzählt, der Schwester von Chrissie aus Teil drei. Und auch die Geschichte von Timo, der mit Schuld am schlimmen Mobbing an Chrissie gewesen ist.

Saskia ist glücklich mit Matze, sie wohnen zusammen in einer schönen Wohnung und haben sich zwei Katzen angeschafft. Alles ist toll, wenn da nur nicht Matzes Bruder Timo wäre. Den mag Saskia nämlich gar nicht und das beruht auf Gegenseitigkeit. Timo ist überheblich und lässt Saskia und auch Matze spüren, dass er sich für etwas besseres hält. Doch Timo ist nun eben Matzes Bruder und so begegnen Saskia und er sich immer wieder.

Da Matze sehr unter den Differenzen leidet, beschließt er die zwei noch einmal zusammen zu bringen. Timo geht unglaublich gerne wandern und so liegt es nahe, dass Matze und Saskia ihn auf eine Wandertour in die Alpen begleiten. Kaum ist der Plan geschmiedet, machen sie sich schon auf den Weg. Doch der Ausflug läuft überhaupt nicht nach Plan, zumindest nicht nach dem Plan, den Matze hatte. Erst lehnt Saskia seinen Heiratsantrag ab und dann kommt es zu einem schlimmen Unfall. Plötzlich ist nichts mehr wie es war und Saskia erkennt, dass Timo doch eine wichtige Person in ihrem Leben ist.

Schon die drei Vorgänger Bände waren sehr emotional und haben mich gefesselt. Dieser ist vielleicht der beste Teil der Reihe. Zuerst dachte ich, es ist vorhersehbar, dann wieder nicht. Ich war hin und hergerissen und konnte Saskias Gefühle nur zu gut verstehen. Aber auch Timo ist eine tragische Figur und man bekommt sehr schnell Mitleid mit dem jungen Mann. Das sich am Ende auch nicht alles zum Guten wendet passt zum Buch und ist konsequent. Für mich eine absolute Leseempfehlung für alle, die auf diese Art Bücher stehen.

Kerstin Gier – Gegensätze ziehen sich aus

Im dritten Teil der Mütter-Mafia-Reihe Gegensätze ziehen sich aus bringt Kerstin Gier die Geschichte um die vier Freundinnen zu einem Ende, vorerst zumindest, denn so manches bleibt auch am Ende noch offen und hat Potential für ein weiteres Buch. Ich würde mir zumindest eins wünschen, denn diese Bücher sind lustig und kurzweilig.

Die vier Frauen haben eine verrückte Idee, sie wollen gemeinsam einen Schuhladen eröffnen, denn genau sowas fehlt noch in der Insektensiedlung. Und so machen die vier sich auf die Suche nach einem geeigneten Objekt und stellen Finanzierungspläne auf. Dank Lorenz neuer Freundin Paris bekommen die vier schnell Kontakt zu einem italienischen Schuhdesigner und so die ersten Schuhe für ihren Laden.

Doch auch in ihrem Privatleben geht es bei allen vieren turbulent weiter. Mimi und ihr Mann Ronnie haben wieder zueinander gefunden und diskutieren das Thema Kind erneut. Adoption oder ein erneuter Versuch, beides steht im Raum. Und dann probieren sie das Thema Kind einfach mit einem Projektkind der bonzigen Supermütter aus. Aber auch in Annes und Trudies leben hat sich einiges getan. Anne ist glücklich mit Jo, dem die vier im letzten Band geholfen haben sein Haus und seine Tochter zurückzubekommen. Und Trudi ist nach der Trennung von ihrem letzten Lebensgefährten wieder auf Freiersfüßen.

Constanze hat natürlich für alle ihre Freundinnen ein offenes Ohr und ist bereit allen bei jedem Problem zu jeder Zeit zu helfen. Doch da sind ja auch noch ihre eignen Probleme, Paris und Lorenz bekommen Zwillinge und Anton möchte mit ihr zusammen ziehen. Das geht für sie alles etwas zu schnell und sie rudert zurück. Das kommt natürlich grade bei Anton nicht gut an. Und auch mit den Kindern ist es nicht einfach, Antons Tochter Emily ist gegen Constanze und ärgert Julius ununterbrochen. Außerdem hat Nelly ihren ersten Freund und der ist nicht Annes Sohn Max, sondern Kevin Klose, der mit Tatoos übersäht ist und zwei Kampfhunde hat.

Vielleicht ist dieser Teil der schwächste der drei, trotzdem ist er immer noch kurzweilig und amüsant. Auch hier gibt es wieder ein neues Element, Ratschläge der Pain an ihre Leser. Das hat mir nicht so gut gefallen und da es am Ende eines jeden Kapitels kam, dachte ich schon die Forumseinträge der Super-Muttis würden hier fehlen. Doch die sind da, zum Glück, denn die sind einfach nur traurig-komisch.

Kerstin Gier – Die Patin

Nachdem mir schon Die Mütter-Mafia von Kerstin Gier so gut gefallen hatte, musste ich natürlich die beiden Nachfolger lesen. Band zwei in der Reihe ist Die Patin. Auch hier dreht sich wieder alles um Constanzes Leben, jedoch ist sie in diesem Teil sehr viel gefestigter und auch nicht mehr ganz so trottelig wie im ersten Teil. Außerdem hadert sie nicht mehr mit ihrem Schicksal, sondern ist eigentlich sehr froh, dass sie Lorenz los ist. Denn nun hat sie ein schönes Haus und neue Freundinnen, die ihr gut tun. Und außerdem ist da ja noch Anton, der unheimlich gut aussieht und einen Jaguar fährt. Hätte er nur nicht so eine arogante Mutter und eine Tochter, die Constanze nicht ausstehen kann.

Doch nicht für alle Mitglieder der Mütter-Mafia läuft es so gut wie für Constanze. Mimi verliert recht schnell wieder das Kind und stürzt in ein tiefes Tal. Auch Anne geht es nicht besonders gut, ihr Mann hat mal wieder ein Verhältnis mit seiner Praktikantin und dazu liegt ihr dementer Vater im Sterben. Nur für Trudi läuft es super, denn die hat mal wieder den Mann ihrer Träume gefunden.

Doch zum Glück bleiben die vier nicht mit ihren simplen Problemen alleine, sondern dürfen als Mütter-Mafia, deren Patin Constanze ist, wider aktiv werden. Denn da gibt es diesen armen Lehrer, dessen Tochter bei der völlig eingebildeten Ex-Frau lebt und die einen ganz fiesen neuen Mann hat. Und da es dem Kind augenscheinlich nicht gut geht werden Constanze und die anderen aktiv.

Wie auch schon im ersten Band lässt Constanze kein Fettnäpfchen aus, geht ohne Unterwäsche zum Date mit Anton und trifft dort auf seine Eltern und deren beste Freunde. Sie behauptet vor Antons Tochter Rettungsschwimmerin und Schleswig-Hollsteinische Vize-Schachmeisterin gewesen zu sein, dabei kann sie weder schwimmen noch Schach spielen. Natürlich bringen sie diese Aussagen in ziemlich skurile Situationen und irgendwann richtig in Schwierigkeiten.

Zum Glück werden auch hier wieder Auszüge aus dem Forum der Super-Mütter aus Constanzes Nachbarschaft abgedruckt. Das traurige daran ist, dass es tatsächlich solche Frauen gibt, die sich gegenseitig versuchen fertig zu machen und dabei völlig übersehen, wie es ihren Kindern geht und was die eigentlich wirklich wollen. Neu in diesem Band sind die Auszüge aus Nellys Tagebuch, die einen schönen Einblick in ihre Welt geben.

Überhaupt gefällt es mir, welches Verhältnis Constanze zu ihren Kindern hat. Da kann sich so manche Mutter eine Scheibe abschneiden. Trotz Nellys pubertären Gehabe kommen die beiden gut miteinander klar und können über die Jungs sprechen, die Nelly gut oder eben auch nicht gut findet.

Auch diesen Teil kann ich weiterempfehlen, er ist wie der Vorgänger sehr lustig und kurzweilig, fast zu kurz.

Virginia Fox – Rocky Mountain Gold

Bald erscheint schon Virginias neuer Roman in der Rocky Mountain-Reihe und so wird es Zeit für mich endlich meine Rezension zu Rocky Mountain Gold zu schreiben, das ich schon vor einer Weile ausgelesen habe.

Zelda ist in Independence aufgewachsen und nach dem Tod ihrer großen Liebe Cruz und den vielen üblen Gerüchten um sie beide mit ihren Eltern von dort weggezogen. Doch dann bekommt sie das Angebot eine eigenen Apotheke in Independence zu führen und kehrt wieder zurück. Kaum dort angekommen muss sie feststellen, dass Cruz gar nicht tot ist, sondern sehr lebendig ebenfalls wieder in Independence wohnt. Zelda ist darüber überhaupt nicht begeistert, vor allem nicht, dass sie ihm immer wieder begegnet. Cruz hingegen ist sehr erfreut Zelda wiedergefunden zu haben, findet er sie doch immer noch so attraktiv wie damals.

Glücklicherweise schaffen es Zeldas neue Freundinnen Jaz und Paula sie davon zu überzeugen, dass Cruz gar nicht so übel und vor allem lebendig ist. Zelda lässt sich auf Treffen mit ihm ein, vorangig aber nur, um die mysteriösen Umstände seines Todes zu untersuchen. Dabei stoßen die beiden auf ein sehr gut gehütetes Geheimnis von Cruz Tante, welche zurückgezogen in den Bergen in der Nähe von Independence lebt.

Zelda stürzt sich sofort kopfüber und auch ein wenig kopflos ins Abendteuer und riskiert dabei mehrmals ihr Leben. Cruz hingegen würde die Sache lieber auf sich beruhen lassen und hat mit Zeldas Engagement so seine Schwierigkeiten. Das hindert die beiden jedoch zum Glück nicht daran sich langsam wieder näher zu kommen.

Es ist jedesmal wieder schön nach Independence zurückzukehren. Es ist auch nicht verwunderlich, dass mittlerweile bei der Beschreibung des Romans Sätze wie „Für alle Gilmore Girls Fans…“ oder so ähnlich fallen, denn Independence könnte Stars Hollow sein. Und auch viele der Figuren könnten sich in beiden Orten sehr wohl fühlen.

Wie es so oft bei Reihen mit unterschiedlichen Hauptpersonen ist, manche mag man, manche nicht und so erging es mir in der Reihe auch schon, dass mir eine Hauptperson nicht besonders sympathisch war. Das ist aber bei Zelda nicht der Fall, alleine ihre Zerstreutheit macht sie liebenswert. Cruz wäre nun nicht unbedingt mein Typ, aber für Zelda scheint er genau der richtige zu sein.

Schön war es auch mehr von Jaz zu lesen und somit auf gewisse Weise wieder an den Anfang der Reihe zurückzukehren. Jedesmal, wenn ich einen neuen Band anfange, hoffe ich so viel wie möglich über die anderen Figuren zu erfahren. Wie ging es mit wem weiter, wer ist mittlerweile schwanger oder mit Kind, wer möchte heiraten, wer hat sich getrennt und wer ist neu. Deswegen sind für diese Bücher sicherlich auch die Szenen im Diner so wichtig, sitzt man doch dann auch immer mit dort drin.

Wie schön wäre es, wenn man wirklich dort hinreisen könnte. Und anschließend dann nach Stars Hollow, mein Leben wäre perfekt…

Michelle Schrenk – Kein Himmel ohne Sterne

Als ich Kein Himmel ohne Sterne anfing zu lesen, dachte ich kurz, dass ich das Buch schon gelesen hatte, da ich mir sicher bin, dass es ein weiteres Buch von Michelle Schrenk gibt, in welchem die Hauptprotagonistin mitten auf der Straße liegt und nicht genau weiß warum. Nach wenigen Seiten war ich mir dann aber sicher, dass ich es noch nicht gelesen hatte.

Emma lebt in Berlin, nachdem sie drei Jahre zuvor Hals über Kopf aus Nürnberg weggezogen ist. Sie hat sich in Berlin ein neues Leben aufgebaut und unternimmt viel mit ihrem guten Freund Alex. Doch als ihr Bekannter Albrecht, ein älterer Herr, dem sie immer wieder vorliest, stirbt, erkennt sie, dass ihre Vergangenheit sie nicht loslässt und sie zurück nach Nürnberg muss um ihre ehemals beste Freundin Amelie aber vor allem ihre große Liebe Jannik wiederzusehen.

In Nürnberg angekommen nimmt Emma all ihren Mut zusammen und ruft zuerst Amelie an. Die empfängt sie mit offenen Armen und stellt auch den Kontakt zu Jannik her. Und mit ihm ist es fast so, als wäre sie nicht weggewesen. Noch dazu wohnt dieser nun an einem Ort, der ein ganz besonderer für die beiden ist. Emmas Gefühle spielen verrückt, doch eigentlich sagt ihr Verstand ihr, dass sie nicht mehr nach Nürnberg zurückkehren soll und die Vergangenheit ruhen lassen soll.

Ich hatte das Buch unglaublich schnell durchgelesen. Es hat auch nur knapp 200 Seiten und die fliegen nur so vorbei. Ich wollte unbedingt wissen, was denn nun genau der Ausschlag für Emmas Flucht aus Nürnberg war. Als ich es zum Ende des Buches hin erfuhr, hat es mich doch ganz schön mitgenommen und ich konnte Emmas Reaktion sehr gut nachvollziehen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich nicht genauso reagiert hätte.

Was mir an den Büchern von Michelle Schrenk immer sehr gut gefällt ist die Liebe zu Nürnberg, die sie in den Büchern zum Ausdruck bringt. Sie beschreibt den Ort mit solch einer Wärme, dass man sich in die Straßen Nürnbergs wünscht und gerne mit Emma und Amelie eine Cola trinken mag.

Katrin Koppold – Aussicht auf Sternschnuppen

Da ich Aussicht auf Sternschnuppen von Katrin Koppol gerade erst an einen wundervollen Menschen verschenkt hatte, musste ich es unbedingt nochmal lesen. Schon beim ersten Lesen der Reihe war mir Helga die liebste, denn sie ist so schön normal, zumindest aus meiner Sicht.

Helga und ihr Freund Guiseppe leben ein ziemlich langweiliges Leben, zumindest wenn man Helgas Schwestern fragen würde. Aber in deren Augen ist Helga sowieso sehr konservativ und langweilig und könnte gerne etwas spontaner sein. Und genau das ist sie, als sie in Guiseppes Handy die Nachricht von einer Angela findet, die sich mit Guiseppe in Italien treffen will und sich auf ihn freut. Guiseppe aber hatte erzählt, dass er nur für ein paar Tage auf Grund einer Dienstreise nach Italien muss. Kurz nachdem dieser zum Flughafen aufgebrochen ist beschließt Helga ihm zu folgen und ihn zur Rede zu stellen. Doch die Verfolgung wird zu einem richtigen Roadtripp, denn es gehen keine Flieger mehr, da eine Aschewolke den gesamten Luftraum blockiert. Helga sieht gerade noch am Flughafen wie Guiseppe und Angela mit einer älteren Dame in einem Cabrio davonbrausen.

Schnell macht sie sich auf die Suche nach einem Mietwagen und bekommt den allerletzten verfügbaren. Aber nur zur Hälfte, denn sie bekommt gleichzeitig einen Mitfahrer. Nils ist ein bekannter deutscher Schauspieler, den natürlich alle außer Helga kennen. Und genau mit ihm teilt sie sich das Auto. Doch Nils ist so gar nicht ihr Fall, er raucht, muss ständig anhalten um zu essen und überhaupt scheint er ein sehr unangenehmer und eingebildeter Typ zu sein. Doch auch Nils findet Helga komisch. Relativ schnell geraten die beiden immer wieder aneinander. Doch sie kommen sich auf ihrer Reise durch die Alpen auch näher.

Die Dialoge zwischen Helga und Nils sind herrlich und irgendwo erkenne ich mich in Helga auch wieder. Ich würde zwar sagen, dass ich nicht ganz so „langweilig“ wie Helga bin, aber oft auch so konservativ (leider). Auch ich hätte Nils am Anfang doof gefunden, dabei ist er wirklich ein toller Typ. Aber zum Glück erkennt Helga das auch irgendwann und öffnet sich.

Ich mag Katrins Schreibstil und ihre Ideen für Bücher. Ich glaube dieses ist eines der Bücher, dass ich wirklich schon oft und immer wieder sehr gerne verschenkt habe. Es ist einfach ein Buch, dass einen für ein paar Stunden mit auf eine verrückte Reise nimmt. Man hat Spaß beim lesen und fühlt sich gut. Man leidet mit Helga mit und möchte so oft rufen „Tu es bitte nicht.“ Zum Glück gibt es ja noch drei weitere Bände. Und auch wenn ich die schon gelesen habe, muss ich sie unbedingt nochmal lesen.

Ich lese sehr selten Bücher zweimal, hier hat es sich aber gelohnt, denn ich hatte tatsächlich schon wieder einiges vergessen. Ich wusste zwar noch wie es ausgeht, aber die Geschichte der älteren Dame war mir komplett entfallen, dabei ist das so eine schöne Nebenhandlung. Hätte ich nur mehr Zeit zum lesen, würde ich sicherlich noch mehr Bücher doppelt lesen.

Jean Liedloff – Au der Suche nach dem verlorenen Glück

Ich weiß nicht, ob ich vorher schon ein Buch gelesen habe, dass mich so oft hat nicken lassen, weil ich die dort beschriebenen Aussagen zu 100% teile wie Auf der Suche nach dem verlorenen Glück von Jean Liedloff.  Der Untertitel „Gegen die Zerstörung unserer Glücksfähigkeit in der frühen Kindheit“ beschreibt vielleicht sogar noch viel besser um was es in diesem Buch geht.

Jean Liedloff lebte selbst einige Jahre bei den Yequana-Indianern und erkannte sehr schnell, dass ihr glückliches Leben im Umgang mit ihren Kindern begründet liegt. Sie zeigt in ihrem Buch auf, dass die Yequana auf die natürlichen Bedürfnisse ihrer Kinder eingehen, etwas was wir in der westlichen Welt völlig verlernt haben.

Liedloff entwickelte das Kontinuum-Konzept, nachdem kleine Kinder und Babys eigentlich nicht viel brauchen um sich zu gesunden und glücklichen Erwachsenen zu entwickeln. Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist der ständige Körperkontakt des Kindes zu seiner Bezugsperson bzw. zu seinen Bezugspersonen. Die Yequana tragen ihre Kinder fast dauerhaft am Körper, sie stillen nach Bedarf und sie schlafen mit den Kindern in einem Bett. Das ist in der westlichen Welt, und zum Erscheinungsdatum des Buches noch mehr, etwas was völlig verloren gegangen ist. Eigentlich wünschen sich fast alle Eltern ein ruhiges Baby, dass man in Kinderwagen, Laufstall oder Bett ablegen kann und das nach festen Zeiten fest vorgegebene Protionen Milch trinkt. Auch das ist etwas überspitzt, aber leider doch noch immer die Erwartung vieler Menschen. Hierzu schreibt Liedloff:

Babies sind in der Tat zu einer Art Feind geworden, den die Mutter besiegen muss.

Jeder, der seine Kinder auch nur ein wenig bedürfnisorientiert wachsen lassen möchte, sollte dieses Buch lesen. Einfach zu lesen ist es nicht, denn es ist in der Tat Fachliteratur und so habe ich mich an manchen Stellen etwas schwer getan (Morgens um sechs Uhr in der Bahn…). Aber es ist auch ein Buch, dass einem so viel gibt und das Mut macht, dass der Weg, den ich gehe, genau der ist, der meine Tochter glücklich machen wird. Und um allen Gegnern, die meinen dass die Kinder verwöhnt werden, den Wind aus den Segeln zu  nehmen, folgendes Zitat:

Überbeschützt und geschwächt ist ein Kind, dem ständig von einer übereifrigen Mutter die Initative entrissen wurde; nicht aber das Kind, das in den ersten wichtigen Monaten, als es dies brauchte, auf Armen getragen worden ist.