Nicholas Drayson – Kleine Tierkunde Ostafrikas

In Kleine Tierkunde Ostafrikas erzählt Nicholas Drayson die Geschichte von Rose Mbikwa und Mr. Malik weiter. Und natürlich aller anderer Menschen, die man im ersten Buch kennengelernt hat und schnell mit ihren teilweise recht schrulligen Eigenarten ins Herz geschlossen hat.

 

Inhalt

Rose Mbikwa kehrt nach dem Tod ihres Vaters nach Nairobi zurück, Mr. Malik ist immer noch genauso verliebt in sie, wie vor ihrer Abreise. Doch auch Harry Khan ist wieder in der Stadt und macht Rose schöne Augen. Mr. Malik weiß eigentlich, dass er gegen Harry Khan keine Chance hat.

Doch es scheint als wäre da sein kleinstes Problem, denn in Nairobi läuft einiges schief, was nicht zuletzt an den sehr korrupten Politikern liegt. So erstaunt es nicht, dass Mr. Maliks Kollumne nicht weiter erscheinen darf und die ganze Zeitung sogar ihre Zulassung verlieren soll. Doch dann verschwindet auch noch die Zulassungsurkunde des Assadi Clubs, Mr. Maliks zweiter Heimat. Dem Club droht die Schließung, das Gebäude soll abgerissen werden. Harry Khan versucht die Mitglieder zu trösten, ihm ist das Land rund um den Club angeboten worden, um dort ein riesiges Einkaufszentrum zu bauen. In diesem könne er den Mitgliedern des Assadi Clubs sicherlich einen kleinen Bereich zur Verfügung stellen. Mr. Malik setzt alles daran, dass dies nicht passiert.

Man könnte meinen, dass er damit schon ausgelastet genug ist, doch nebenbei organisiert er noch die jährliche Clubsafari inklusive Überraschung und versucht die Hochzeit seiner Tochter zu organisieren. Die kann sich aber nicht wirklich festlegen, vor allem nicht auf den zukünftigen Bräutigam.

 

Meine Meinung

Wie auch schon der erste Band plätschert die Geschichte so vor sich hin, ist dabei aber nie langweilig. Selbst die Diskussionen im Club zwischen Mr. Maliks Freunden sind diesmal recht unterhaltsam und interessant.

Mr. Malik ist ein Mensch, von dem sich jeder eine Scheibe abschneiden kann. Er hat eine unglaublich positive Lebenseinstellung und ist völlig selbstlos. Dass seine Tochter gefühlt alle drei Minuten ihre Meinung zu ihrer Hochzeit ändert nimmt er genauso hin, wie das Ende seiner Kollumne oder die ewig unerreichbare Rose Mbikwa. Er beklagt sich selten und versinkt nicht in Selbstmitleid, sondern versucht der gesamten Situation etwas positives abzugewinnen und eine, für alle Beteiligten, gute Lösung zu finden.

Diesmal ist es nicht die Vogelwelt, sondern, wie der Titel schon verrät, die Tierwelt Ostafrikas, die der Autor in der Geschichte dem Leser näher bringt. Dabei geht es nicht unbedingt um die Big Five (hier sind sich die Assadi Club Mitglieder auch uneinige, welche nun dazu gehören und welches das gefährlichste ist), sondern auch um kleine und unscheinbare Wesen, die der Leser vielleicht vorher noch gar nicht kannte.

 

Fazit

Ein Buch, dass sich gut und schnell lesen lässt über einen Menschen, der das Leben so nimmt, wie es kommt. Nebenbei gibt es noch einen Einblick in die Tierwelt Ostafrikas und in die Politik in Nairobi.

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Simone Glueck – Alien Parenting – Das völlig verrückte Leben mit High-Need-Kindern: Schatz du musst noch die Enten holen

Auf das Buch Alien Parenting von Simone Glueck bin ich über die Schreibaby-Gruppe auf Facebook aufmerksam geworden, denn Simone ist dort selbst Mitglied und schreibt von ihren Erfahrungen. Solche Bücher machen mich neugierig, denn ich will wissen, wie es anderen Eltern mit Schreibabys erging. Doch das ist gar nicht so richtig Thema dieses Buches, auch das Thema High-Need kommt für mich nur versteckt vor, denn mir erscheint ihr Sohn Julian als ein ganz normales Kind. Das mag nun vielleicht daran liegen, dass ich selbst so einen Wirbelwind daheim habe.

Zu Beginn hat mich das Buch etwas verärgert, denn Simone Glueck schreibt lang und breit über ihre Erfahrungen in Pekip- und ähnlichen Kursen. Sie war immer der Alien, die Mutter, die es anders gemacht hat. Denn alle anderen Mütter haben natürlich ab dem vierten Monat Brei gefüttert, kaum oder gar nicht gestillt, nicht getragen und windelfrei fanden die alle doof. Auch die Kursleiterinnen sind unsensibel und kennen sich mit all diesen Themen nicht aus. Es mag sein, dass sie wirklich solche Erfahrungen gemacht hat, ich finde sie aber sehr übertrieben und sehr abwertend geschrieben gegenüber Müttern, die es anders machen. Vielleicht machen sie es grade anders, weil sie es nicht besser wissen. Oder einfach, weil sie denken, dass dies der beste Weg für sie ist.

 

Inhalt

Simone Glueck erzählt unzusammenhangslos Anekdoten aus ihrem Alltag mit zwei Kindern. Ihr Sohn Julian ist bei der Geburt seiner Schwester Lotta drei Jahre alt und manchmal immer noch sehr fordernd, eben typisch High-Need-Kind und ehemaliges Schreikind. Doch Lotta ist zum Glück ganz anders, ein ruhiges und ausgeglichenes Kind, welches bei einer schönen Hausgeburt zur Welt kam. Auch der Geburtsbericht findet Platz in diesem Buch und passt wunderbar hinein.

Doch auch viele andere lustige Geschichten finden in dem Buch Platz. So wird das Abholen der Nummernschilder zu einem wahren Kraftakt bei dem am Ende nicht nur die Mutter, sondern auch die Oma nass geschwitzt sind und das gesamte Amt sich wahrscheinlich wünscht, Familie Glueck möge nie wieder ein Auto anmelden.

Meine absolute Lieblingsgeschichte ist die von der Nuss in der Nase. So tragisch die Situation wahrscheinlich zwischendrin war, Simone Glueck gelingt es ruhig zu bleiben und es hinterher mit einem zwinkernden Auge zu erzählen.

 

Meine Meinung

Leider ist das Buch für meinen Geschmack sehr wirr geschrieben, doch genau so scheint Simone Glueck zu sein, chaotisch und immer auf der Suche nach etwas neuem. Das macht sie zwar sympathisch, das Buch dadurch aber nicht einfacher zu lesen. Vor allem wenn sich Geschichten wiederholen.

Ob die Welt nun genau auf dieses Buch gewartet hat wage ich zu bezweifeln. Trotzdem ist es eine kurzweilige Lektüre für alle Eltern mit Kindern, egal ob High-Need oder nicht. Denn in so vielen Situationen erkennt man sich wieder und kann mit Familie Glueck mitlachen.

Mir macht es vor allem Mut zu hören, dass das Leben mit einem High-Need-Kind und einem zweiten Baby durchaus meisterbar ist. Und ich lese furchtbar gerne über andere Kinder, die genau wie die Tochter kleine Persönlichkeiten sind, die genau wissen, was sie wollen.

 

Fazit

Wer kein Problem mit dem wirren Schreibstil hat und ein selbst bedürfnisorientiert mit den Kindern lebt, wird an diesem Buch viel Freude haben.

Daphne Unruh – Fliedertraum

Auch Fliedertraum von Daphne Unruh spielt in der magischen Welt, die sie schon in den Zauber der Elemente-Reihe geschaffen hat. Das Buch spielt völlig unabhängig von dieser Reihe, es fällt aber sicher leichter es zu lesen, wenn man die anderen Bücher kennt.

Inhalt

Laura ist in der magischen Blase von Köln zuhause und dort aufgewachsen. Sie kennt die reale Welt nur aus Erzählungen ihrer Mutter und anderer Bewohner, denn sie kann die Blase nicht verlassen. Leider hat sie bis heute keine magischen Fähigkeiten ausgebildet, sollte dies bis zu ihrem 20. Geburtstag nicht passieren, wird sie für immer in der Blase bleiben müssen und nie die reale Welt kennenlernen. Doch genau das wünscht sie sich so sehr.

Durch einen merkwürdigen Zufall gelingt es Laura in die reale Welt zu kommen. Doch dort ist nicht alles einfach, die Schwierigkeiten fangen erst an, denn sie erfährt, dass sie eine Zwillingsschwester hat und wer ihr Vater ist. Laura wird in eine Welt katapultiert, die ihr fremd ist und in der sie sich nur schwer zurecht findet. Und dann ist da ja auch noch Fabio, den sie so sympathisch findet, den aber ihre Zwillingsschwester so gar nicht ausstehen kann.

Als wenn das nicht alles schon kompliziert genug ist, gerät auch noch die magische Blase von Köln in Gefahr. Keiner weiß, wie die Blase zu retten ist und Laura droht ihre Welt und ihr Zuhause zu verlieren.

Meine Meinung

Dieses Buch ist ganz anders, als die anderen Bücher, die in der magischen Blase spielen und hat doch sehr viele Ähnlichkeiten. Mir gefällt die Kölner Blase wesentlich besser als die Berliner, da die Bewohner dieser Blase sehr viel sympathischer erscheinen und auch die Blase eine wundervolle Welt zu sein scheint.

Lauras Zerrissenheit kann ich gut nachvollziehen. Natürlich will sie dazu gehören und auch wie alle anderen zwischen den Welten reisen können. Ich verstehe auch ihre Neugier, nicht nur auf die reale Welt sondern auch auf ihre Herkunft. Schade finde ich nur, dass sie diese Welt in Gefahr bringt und sehr egoistisch handelt.

Fazit

Dieses Buch von Daphne Unruh ist eine schöne Ergänzung zu den Zauber der Elemente-Büchern und gibt einen anderen Blick auf die magische Welt, die sie erschaffen hat.

Mella Dumont – Isle of us

Mit dem zweiten Band der Siebenstern-Dystopie Isle of us kehrt der Leser gemeinsam mit Fallah an die Akademie der Siebensterne zurück.

Inhalt

Fallah versucht weiterhin gemeinsam mit Marcus die Wahrheit ans Licht zu bringen und die aktuelle Regierung zu stürzen. Doch damit löst sie die zweite rote Revolution aus, ein Bürgerkrieg tobt durch das Land. Für Fallah wird es immer schwieriger, weiß sie doch nicht, wer Freund und wer Feind ist. Immer mehr Verbündete tauchen auf, weitere Verbindungen werden aufgedeckt und Hinterhalte gelegt. Fallah, Marcus und die anderen Kandidaten geraten immer wieder in brenzlige Situationen, denn irgendwer versucht sie alle auszuschalten.

Doch Fallah und auch Marcus sowie Jace geben nicht auf und kämpfen weiter für ein gerechteres Leben für alle. Unverhoffte Hilfe bekommen sie dabei von Menschen, von denen sie es nie gedacht haben. Andere dagegen fallen ihnen in den Rücken.

Fazit

Mella Dumont gelingt es eine Fortsetzung zu schreiben, die noch rasanter ist, als der erste Teil. Immer mehr Verbindungen und Verstrickungen tun sich auf. Irgendwann weiß selbst der Leser nicht mehr, wer nun zu den Guten gehört.

Das Ende hat mich jedoch nicht wirklich zufrieden gestellt. Der letzte Kampf wurde viel zu einfach und zu schnell gewonnen und das ganze Land war plötzlich wieder friedlich.

Nachdenklich macht dieses Buch auf jeden Fall. Es zeigt, was passieren kann, wenn einzelne Personen ihre Macht ausüben. Und es zeigt auch, welche Macht die Masse haben kann.

Ganz klar eine Leseempfehlung.

Mella Dumont – Isle of Seven

Von Mella Dumont habe ich die Colors of Life-Reihe gelesen und mochte die Bücher recht gerne, auch wenn mir nicht immer alle Charaktere sympathisch waren. Isle of Seven und auch der zweite Band der Siebenstern-Dystopie Isle of Us hörten sich vom Klappentext nach einer ganz anderen Welt an, aber nicht weniger spannend.

 

Inhalt

Falah ist eine junge Frau, die immer erst an andere denkt, bevor sie an sich denkt. So bringt sie sich in unglaubliche Schwierigkeiten als sie ihrem Nachbarn und Ziehvater Punkte für den Zahltag zuschummelt, damit dieser nicht unter die Linie gerät und ein sogenannter Red Ball wird. Doch anstatt einen Prozess und am Ende die Abstufung zu Red Ball zu durchlaufen, wird Falah auf die Akademie der Siebensterne berufen und erhält Platinstatus, den höchsten Status in ihrer Gesellschaft.

Auf dem Weg zur Akademie lernt sie Markus kennen und freundet sich recht schnell mit ihm an. Markus ist durch und durch Techniker und möchte herausfinden, was es mit der Insel der Siebensterne und dem Mythos um sie auf sich hat. Er weiht Fallah in seine Pläne ein und gemeinsam planen sie, wie sie die Geheimisse aufdecken können.

Falah wird schnell zu einer Symbolfigur in einer aufkommenden Revolution, denn sie ist das hilfsbereite Mädchen der Massen, dass es geschafft hat die Wahrheit aufzudecken. Doch für sie ist das alles nicht unbedingt gut, denn sie erkennt, dass sie mit ihrem Handeln nicht immer nur für Gutes gesorgt hat.

 

Meine Meinung

Die Idee dieser Utopie finde ich sehr spannend. Es gibt keine genauen Angaben wann dieses Buch spielt, jedoch deutet vieles darauf hin, dass wir uns ca. im Jahr 2100 befinden, nach einem Ölkrieg und in einer Welt mit unglaublicher Ressourcenknappheit. England hat sich vom Rest der Welt abgespalten und ein eigenes Wertesystem eingeführt. Die Reichen profitieren, die Armen werden oft noch ärmer und müssen um ihr Überleben kämpfen.

Um den Menschen Mut zu machen wird ein Mythos um die Siebensterne aufrecht erhalten, der aber unglaublich viele Lügen und Intriegen enthält. Siebensterne sind Wissenschaftler, die das Land voranbringen, aber ohne Verbindung zur restlichen Welt auf einer einsamen Insel leben und arbeiten.

Falah ist mir sympathisch und besonders gut gefällt mir, dass sie auch mal scheitert und nicht die glänzende Symbolfigur ist. Sie ist eine normale junge Frau, die vielleicht etwas zu neugierig ist, manchmal etwas naiv und die vor allem einen unglaublich ausgeprägten Gerechtigkeitssinn hat.

Ein wenig erinnert mich Falah an Katniss aus den Tributen von Panem und doch ist sie wieder ein ganz anderer Typ. Auch das Punktesystem und die Zonen erinnern an die Welt von Katniss.

 

Mein Fazit

Meiner Meinung nach ist diese Reihe die bisher beste von Mella Dumont. Mich hat sie mit der Geschichte und der Welt die sie erschaffen hat absolut überzeugt. Für Leser, die die Tribute von Panem mochten, ist dieses Buch auf jeden Fall empfehlenswert.

Simona Dobrescu – Verdammt.Verliebt

Das letzte Buch, dass ich mir für die #5weeks5books-Lesechallenge rausgesucht hatte, war leider so gar nicht mein Fall. Verdammt.Verliebt von Simona Dobrescu ist verdammt lang und zieht sich wie Kaugummi.

 

Inhalt

Nachdem ihre Eltern und ihre kleine Schwester bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kamen, zieht Mimi zu ihrer Tante Maddy nach Kalifornien. Dort ist sie heimisch, denn sie hat jeden Sommer dort verbracht. Ihre beiden besten Freunde Drew und Abby wohnen in dem kleinen Ort und versuchen sie aufzufangen. Das gelingt ihnen erst nicht so gut, doch mit dem neuen Schuljahr traut sich Mimi auch in die Schule und trifft dort sehr schnell auf Morgan, der Mädchenschwarm und gefeierte Quaterback des Football-Teams.

Doch irgendetwas stimmt nicht, denn sie erlebt furchtbares, sobald Morgan in ihrer Nähe ist. Höllische Hunde verfolgen sie und sie erleidet unglaubliche Schmerzen. Doch alles scheint nur in ihrem Kopf zu passieren, keiner ihrer Freunde bemerkt es. Erst ein Gespräch mit Morgans Schwester Brooke schafft Klarheit, denn Morgan und sie kommen sozusagen direkt aus der Hölle, denn ihr Vater ist Luzifer persönlich.

Schnell wird klar, dass Mimi die Frau an Morgans Seite ist und so lässt sie sich auf ihn und sein verschwenderisches Leben ein. Sie trainiert hart, um die Nachfolgerin von Morgans Mutter zu werden, vergisst dabei aber völlig wer ihre Freunde sind und wer sie eigentlich ist.

 

Meine Meinung

Dass das erste Kapitel sehr zäh werden würde, hatte ich schon vor dem Lesen in einigen Amazon-Rezensionen erfahren. Und es war zäh, ich hab ganze zwei Abende gebraucht es zu lesen und am zweiten meinem Mann vorgejammert, wie schrecklich es ist, ich es aber nicht weglegen will, weil so viele Leute immer wieder schreiben, dass es ein gutes Buch ist. Ich persönlich finde es einen sehr unglücklichen Start, der sicherlich den ein oder anderen Leser vergraulen wird.

Für meinen Geschmack wurde es auch anschließend nicht besser. Mimi ist oberflächlich, Morgan noch viel mehr. Es geht nur um Schönheit und Geld, Frauen sind Weibchen, die sich aufhübschen, aber sonst nicht viel können. Männer sind stark und überlegen. So ein richtig klassisches, ätzendes Rollenbild.

Dass ich Morgan nicht mag, kann sich wahrscheinlich jeder denken. Aber auch Mimi fand ich einfach nur ätzend. Sie gibt alles für Morgan auf und verrät alle ihre Freunde, die ihr in jeder Lebenslage zur Seite standen und von denen sie noch ein paar Seiten vorher behauptet, dass sie für sie die wertvollsten Menschen überhaupt sind.

Auch der Schreibstil sagt mir nicht zu. Simona Dobrescu hat Literatur studiert und scheint das in ihren Büchern einfliesen lassen zu wollen. Die Sätze sind verschachtelt und kompliziert geschrieben. Manchmal bekommt man das Gefühl. sie versucht ein Fremdwort zu finden, damit es besser klingt oder sie mehr Wörter produzieren kann. Störend auch, die langen Dialoge, die die Handlung überhaupt nicht voran gebracht haben.

 

Fazit

Schade, die Idee des Buches war gut, das Buch hingegen war so gar nicht mein Geschmack. So ist es auch kein Wunder, dass ich für die knapp 800 Seiten fast fünf Wochen gebraucht habe und somit an dieser Lesechallenge gescheitert bin.

 

Daphne Unruh – Regenbogenamsel

Als ich mir Regenbogenamsel von Daphne Unruh ausgeliehen hatte, dachte ich nicht, dass es mir so gut gefallen würde. Ich hatte die Zauber der Elemente-Reihe gelesen und war nicht von allen Teilen begeistert, mochte sie aber genug, um mir ein weiteres Buch von ihr auszuleihen. Ich bin absolut kein Computerspieler (nur mit einem verheiratet) und kann deswegen Spielen wie Lost City nichts abgewinnen. Dass das für das Buch relativ egal ist habe ich aber schnell gemerkt. Vorab, es hat mir wirklich gut gefallen.

Yuma hat grade ihr Abitur gemacht und möchte nun so schnell wie möglich zu ihrem Ferienjob an den Atlantik in Frankreich. Weg von daheim, wo sie Tür an Tür mit ihrem Stiefbruder Linus lebt, der ununterbrochen Computer spielt und nach Yumas Meinung ein Suchtproblem hat. Plötzlich taucht bei ihm auch noch Amon auf, ein zwielichtiger Typ, dem Yuma nicht traut. Sie ist sich sicher, dass die beiden irgendetwas illegales vor haben und spioniert Linus hinterher.

Doch so richtig illegal ist es nicht, denn Amon will Linus Zugang zu Lost City verschaffen, dem realen nicht dem Computerspiel. Doch Yuma fängt das Päckchen an Linus mit einem speziellen Armband ab und so landet sie an seiner statt in dem Spiel und ist erstmal in Gefahr. Doch Amon hilft ihr, obwohl er das gar nicht darf und gibt ihr dadurch eine Chance zu überleben. Schnell findet sich Yuma in der für sie völlig fremden Welt zurecht und schließt sich einer Gruppe an. Doch eigentlich will sie zu Amon, denn sie merkt, dass zwischen ihnen so viel mehr ist. Amon jedoch ist der Feind.

Die Idee, Menschen in ein Computerspiel zu bringen, ist nicht neu und trotzdem hier wirklich gut gemacht. Ich bin beim Lesen mit Yuma durch die Straßen von Lost City gelaufen und hatte ein genaues Bild der Stadt vor meinen Augen. Ihr Unwissen hat mir geholfen in die Geschichte und auch das Spiel reinzukommen.

Das Buch ist eine absolute Empfehlung, meinen Mann werde ich wohl drängen es zu lesen, denn das könnte ihm gut gefallen. Es geht zwar auch um Liebe, aber es geht auch um das Spiel, wie es sich verändert und wie es auf die echten Menschen reagiert.

Virginia Fox – Rocky Mountain Crime

Virginia Fox hat mit Rocky Mountain Crime bereits den 11. Band ihrer Rocky Mountain-Reihe veröffentlicht. Das tolle ist, dass sie ständig weiter schreibt und der nächste Band schon angekündigt ist.

In diesem Band erzählt sie die Geschichte von Valentina und Big A. Wer alle Bände gelesen hat kennt die beiden bereits aus der Geschichte um Cole und Avery, denn die beiden sind deren Geschäftspartner und gute Freunde, die mit ihnen nach Independence gehen um dort die Sicherheitsfirma zu eröffnen.

Valentina und Big A sind auch Freunde und Mitbewohner und manchmal eben auch mehr. Jedoch nur manchmal und gerade Big A scheint seine Geheimnisse zu haben, denn er verschwindet immer wieder spät Abends und will Valentina nicht sagen, was er tut. Sie ist sich sicher, dass er zu einer anderen Frau geht und ihr nicht genügt. Also beschließt sie Nägel mit Köpfen zu machen und zieht aus. Aber Big As Geheimnis lässt ihr keine Ruhe, vor allem nicht, nachdem sie entdeckt hat, dass sie auch ein ziemlich großes Geheimnis hat. Und so spioniert sie ihm nach und gerät dabei selbst sehr schnell in Gefahr.

Dieser Band gehört definitiv zu meinen Lieblingen, denn ich mag Valentina. Sie ist eine erwachsene Frau, die mitten im Leben steht und genau weiß was sie will. Sie nimmt ihr Leben selbst in die Hand. Natürlich ist sie irgendwann ziemlich leichtsinnig in ihren Aktionen, aber das gehört irgendwie zu dieser Geschichte dazu. Gut gefallen hat mir auch, dass es kein großes Drama gibt, sondern Big A und Valentina eine Beziehung auf Augenhöhe führen und nicht lange rumschmollen.

Auch hier erhält man wieder einen Einblick in das Leben der Bewohner von Independence und trifft sogar Luna-Maie wieder, was ich besonders toll fand. Ich bin gespannt, ob sie im nächsten Teil vielleicht eine etwas größere Rolle spielen wird.

Kira Minttu – Me, without words

Buch Nummer vier für #5weeks5books war Me, without words von Kira Minttu. Eigentlich ein Jugendbuch, hat es mir doch sehr gut gefallen, auch wenn ich mich am Anfang noch gefragt habe, wann es denn nun endlich richtig losgehen mag. Aber genau diese Art zu schreiben, hat mich im Laufe des Buches gefesselt und begeistert.

Juli ist sechszehn und eigentlich ganz zufrieden mit ihrem Leben. Sie ist mit Levin zusammen, den sie gerne mag und ihre beste Freundin Katinka mit dessen bestem Freund Jako. Das Leben könnte also so schön sein, wenn da nicht das ewige Schweigen ihrer Eltern wäre. Als dies kaum noch auszuhalten ist, erbrennt zwischen ihren Eltern ein schlimmer Streit in Folge dessen sie sich endgültig trennen. Julis Mutter zieht zu ihrem neuen Freund, Juli bleibt mit ihrem Vater in der Wohnung in Frankfurt zurück.

Ungefähr zu dieser Zeit trifft Juli Marc. Er ist gute fünf Jahre älter, wohnt in einer eigenen Wohnung und verdient anscheinend auf eine etwas zwielichte Art sein Geld, lebt aber vornehmlich vom Geld seines Vaters. Und er ist der einzige, der Juli versteht und sie in dieser schweren Zeit auffängt. Levin hört ihr nicht zu, er denkt immer nur daran den nächsten Schritt zu gehen. Und auch Katinka gelingt es nicht so für Juli da zu sein, wie sie es gebrauchen würde.

Wie bereits gesagt, gefühlt passiert eigentlich nichts und die Geschichte bekommt auch keinen Schwung. Deswegen habe ich mich zu Beginn gefragt, wann denn endlich etwas dramatisches passiert oder es eine unvorhergesehene Wendung gibt. Aber nichts passiert und genau das hat mir immer besser gefallen. Obwohl nichts nun auch nicht stimmt, denn in Julis Leben passiert sehr viel.

Mir gefällt, dass Juli nicht so naiv ist, wie es Mädchen sonst oft in diesem Alter in dieser Art von Büchern sind. Sie hinterfragt Marcs Handeln und will sich nicht damit zufrieden geben, dass er eben ein Bad Boy ist. Und sie lässt sich nur in gewissem Maße auf Abenteuer ein. Ihr ist es zu jedem Zeitpunkt wichtig, was ihre Eltern denken, auch wenn sie sich ab und an gegen sie stellt.

Ein gutes Jugendbuch, das mich streckenweise 15 Jahre zurückversetzt hat. Ich war zwar nie im Cave, kenne aber ähnliche Einrichtungen in Frankfurt und bin dort gerne mit meinen Freunden gewesen.

Juli Zeh – Unterleuten

Mit ihrem Roman Unterleuten zeichnet Juli Zeh die Hölle nach, die das Dorfleben mit sich bringen kann. Auf den ersten Blick wirkt Unterleuten wie ein ganz normales Dorf mitten in Brandenburg. Da gibt es die Alteingesessenen und die Zugezogenen, die sich skeptisch gegenüberstehen. Es gibt alte Rivalitäten und alte Freundschaften. Und es gibt den geheimen Handel, Ware gegen Dienstleistung. Alles scheint normal, zumindest auf den ersten Blick.

Doch die Ruhe trügt und der Plan einen Windpark in Unterleuten zu bauen, schürt nur noch mehr Unruhe und Hass zwischen den Dorfbewohnern. Da ist der Vogelschützer Gerhard, der mit seiner fast 20 Jahre jüngeren Frau am Rande des Dorfs wohnt und alles tut, damit die Anlage nicht gebaut wird. Da ist der Bürgermeister Arne, der gefühlt zwischen allen Stühlen sitzt, aus Sicht einiger aber sehr parteiisch ist. Da ist Linda Franzen, aus dem Westen zugezogen, die versucht Land zu gewinnen um ihren Traum von einem Pferdehof wahr zu machen. Da ist Bodo Schaller, der sich nach einem Unfall an nichts erinnern kann und sich von bestimmten Dorfbewohnern für ihre Zwecke vor den Karren binden lässt. Da ist Kron, einer der ältesten Dorfbewohner und ein verbitterter Mann, der versucht seine ehemaligen Genossen aktiv zu machen und dabei seine Tochter in unangenehme Lagen versetzt. Und dann ist da Grombrowski, derjenige, der sich die LPG damals unter den Nagel gerissen hat und nun Vorsitzender der Ökologica GmbH ist und außerdem Krons ärgster Feind.

Juli Zeh erzählt die Geschichte nicht nur aus der Perspektive einer einzelnen Person, sondern wechselt mit jedem Kapitel die Perspektive. So ermöglicht sie dem Leser tiefe Einblicke in die Gefühlswelten der Protagonisten und sehr tiefe Einblicke in das Geschehen im Ort. Man blickt hinter die Fassade der heilen Welt in einen tiefen Abgrund aus Neid und Missgunst. Aber man kennt als Leser auch immer die Wahrheit und weiß, dass einige Figuren nicht nur ahnungslos tun, sondern es tatsächlich sind.

Auf den ersten Blick hätte ich gesagt, dass Unterleuten durchaus ein Ort ist, an dem man sich wohlfühlen kann und wo man gerne wohnen möchte, wenn man das Landleben liebt und bereit ist etwas für die Gemeinschaft zu tun und sich in dieser einzugliedern. Doch dieser erste Blick täuscht und nach einem Blick hinter die Kulissen bin ich froh dort zu wohnen, wo ich wohne.

Bisher hatte ich noch nichts von Juli Zeh gelesen und war von diesem Buch begeistert. Gefühlt plätschert die Handlung dahin, ist aber gleichzeitig wie ein Thriller, der einen gefangen hält. Ich mochte das Buch kaum aus der Hand legen und hätte gerne auch im Büro weitergelesen, um zu wissen wie wer nun als nächstes vorgehen würde. Ganz klar eines meiner Highlights dieses Jahr.

An dieser Stelle ein dickes Danke an meine Mama, die mir dieses tolle Buch zum ersten Geburtstag der Tochter geschenkt hat.