Steena Holmes – Emmas Rückkehr

Nachdem Steena Holmes über das Verschwinden von Emma geschrieben hat, beschreibt sie in Emmas Rückkehr wie es der Familie ergeht, nachdem Emma wieder daheim ist. Sehr schnell fragt man sich, ob es der Familie jetzt wieder besser geht, denn natürlich ist nicht gleich alles wieder gut und beim alten. Megan ist immer noch überängstlich und lässt ihre drei Töchter nirgendwo alleine hin gehen. Eigentlich ist sie ständig mit den Kindern zusammen und hält vor allem Emma an einer sehr kurzen Leine. Ihre anderen beiden Töchter gehen dabei mal wieder unter. Und auch für ihren Mann und ihre angeknackste Beziehung hat sie keine Zeit.

Aber auch für Emma ist es sehr schwer, denn sie wird unvermittelt aus der Umgebung gerissen, die sie als Heimat angesehen hat. Ab sofort hat sie zwar ihre Eltern und ihre Schwestern wieder, jedoch sind ihre Oma und ihr Opa weg. Megan versucht alles, damit Emma die beiden vergisst und drängt sie damit noch mehr in die Ecke. Für Emma sind ihre beiden Entführer, wenn man Jack, also den Opa, überhaupt so nennen kann, Menschen, die sie sehr liebt und die ihr Sicherheit geben. Glücklicherweise sieht Peter dass und setzt sich über Megans strenge Regeln hinweg.

Sicherlich ist es nicht leicht, wenn ein Kind verschwindet und genauso schwer, wenn es dann wieder auftaucht. Beide Seiten müssen sich wieder aneinander gewöhnen. Ständig muss man mit der Angst leben, dass es wieder passieren kann, auch wenn das sehr unwahrscheinlich ist. Mit der Gewissheit zu leben, dass da andere Menschen sind, die dem Kind eventuell mehr bedeuten als man selbst, ist sicherlich für alle Eltern sehr schwer. Vielen Eltern fällt es ja heute schn schwer ihre Kinder ihnen bekannten Personen anzuvertrauen und zu wissen, dass diese für die Kinder wichtig sind.

Doch ich kann auch verstehen, dass es für ein Kind wie Emma nicht verständlich ist, dass diese Menschen böse sind, denn so hat sie sie nicht erlebt. Natürlich wird sie es mit ihren fünf Jahren verstehen, wenn man ihr erklärt, dass sie nicht das Recht dazu hatten sie einfach bei sich zu behalten. Trotzdem sind es aus ihrer Sicht liebevolle Menschen, die sich immer gut um sie gekümmert haben. Hinzu kommt, dass sie zum Zeitpunkt der Entführung erst drei Jahre alt war, man sagt allgemein, dass sich Kinder nicht mehr an Geschehnisse vor ihrem dritten Geburtstag erinnern können. Umso erstaunlicher finde ich es, dass Emma sofort ihre Eltern wiedererkennt und ohne Widerspruch mit ihnen geht und ihr altes Leben aufnimmt.

Leid tun mir vor allem die beiden älteren Kinder, die nicht nur in den Jahren des Verschwindens unter einer Mutter leiden mussten, die völlig besessen von ihrer Idee war, das verlorene Kind wieder zu finden, sondern die auch jetzt immer noch in den Hintergrund gestellt werden. Immer wieder zeigen beide auf sehr direkte oder indirekte Art, dass sie sich vernachlässigt fühlen und unter der Situation leiden, jedoch sieht Megan das nicht und ist nicht bereit zu handeln. Sehr schade, so verliert sie am Ende vielleicht alle drei Kinder.

Was mich leider, wie auch schon im ersten Teil, gestört hat sind die logischen Fehler. Einiges kann ich durchgehen lassen, aber die Geschichte von Megan und ihrer Freundin Laurie total zu ändern von Band eins zu Band zwei finde ich schon sehr schwach. Auch sonst konnte mich die Art zu schreiben nicht wirklich überzeugen. Die Idee ist gut und das Thema sicherlich wichtig, aber es hätte besser aufbereitet werden können.

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