Steena Holmes – Wo ist Emma?

IMG_6123In Wo ist Emma? erzählt Steena Holmes zwei Geschichten parallel. Einmal erzählt sie die Geschichte von Megan und ihrer Familie, welche vor zwei Jahren ihre jüngste Tochter Emma durch eine Entführung verloren hat. Megans ganzes Leben dreht sich nur noch darum die verlorene Tochter wieder zu finden und zu verhindern, dass einem anderen Kind etwas ähnliches passieren kann. Sie führt ein „Sicherer-Wege-Programm“ an der Schule ihrer beiden älteren Töchter ein und hält vor Kindern Vorträge, wie sie sich verhalten müssen, wenn sie von einem fremden Menschen angesprochen werden. Ihre beiden älteren Töchter lässt sie niemals alleine irgendwo hin gehen, vernachlässigt sie aber sonst fast komplett. Sie nimmt kaum noch Anteil am Familienleben und sieht nicht, wie es ihren Töchtern und ihrem Mann geht. Immer wieder sieht sie sich von ihrer Familie gezwungen Emma aufzugeben. Doch das kann und will sie nicht und riskiert so auch den Rest ihrer Familie zu verlieren.

Parallel erzählt Steena Holmes die Geschichte von Dottie und Jack, die ihre Enkeltochter Emmie bei sich haben und mit ihr zurückgezogen auf dem Land leben. Emmies Mutter, die Tochter der beiden, nimmt Drogen und lebt auf der Straße und so sehen die beiden es als ihre Pflicht an dem Kind eine bessere Zukunft zu bieten. Leider geht es Dottie immer schlechter und sie beginnt immer wieder Dinge zu vergessen. Eins jedoch vergisst sie nie, Emmie muss beschützt und behütet werden und darf nicht mit ihrem Großvater in die Stadt fahren um dort seine Freunde zu treffen. Auch hat Emmie keine eigenen Freunde und lebt alleine mit den Großeltern und dem Hund.

Schnell wird dem Leser klar, dass Emmie die vermisste Emma sein muss. Man erfährt nicht, warum Dottie Emmie/Emma entführt hat, kann aber im Verlauf des Buches immer wieder verstehen, warum sie sich so an die Kleine klammern. Sie versuchen dem Kind ein möglichst schönes Leben zu ermöglichen und verwöhnen sie so gut es geht. Trotzdem isolieren sie sie sehr stark und brauchen sehr lange, bis sie Emmie erlauben Kontakt zu anderen aufzunehmen.

Viel dramatischer ist jedoch die Geschichte um Megan. Wie gut kann ich es verstehen, dass sie zerrissen ist und um jeden Preis ihre Tochter wiederfinden möchte. Ein Alptraum, den kein Elternteil durchleben möchte. Und es ist sicherlich ganz normal, dass sie dabei ihre Familie vernachlässigt, auch wenn man zuerst fragen möchte, wie sie nur so sein kann und warum sie nicht sehen kann, dass ihr Mann und die beiden anderen Töchter leiden. Ich kann mir nur schwer vorstellen, wie es ist in solch einer Situation zu sein und nicht zu wissen, was mit dem eigenen Kind passiert ist.

Was ich nur sehr schade finde, ist das Angst machen. Denn mit ihrem Trieb alle Kinder vor bösen Menschen zu schützen, macht Megan den Kindern Angst. Leider ist es heute immer noch weit verbreitet Kindern vor fast allem Angst zu machen und sie einzuschüchtern. Es ist so viel wertvoller ihnen Mut zu machen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Vertraut euren Kindern und gebt ihnen die Sicherheit, dass sie in solchen Situationen stark sein können.

Alles in allem ist es ein nettes Buch, das mich ein wenig an die Geschichten von Jody Picoult erinnert, wobei es vom Schreibstil lange nicht dort heranreicht. Schade finde ich nur, dass immer wieder logische Fehler passieren, so ändert sich das Alter der beiden älteren Mädchen immer mal wieder im Buch und ein Tisch wird doppelt abgeräumt. Warum fällt sowas nicht zumidest dem Lektor auf?

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