Rafael Eigner – Kammerflimmern und Klabusterbeeren

img_5847Noch ein Buch, mit dem ich mir etwas schwer getan habe, war Kammerflimmern und Klabusterbeeren von Rafael Eigner. Eigentlich ist es eine schöne Geschichte, die er dort erzählt und auch der Einblick in das Leben eines Notarztes in der Notaufnahme ist spannend, doch so ganz warm bin ich mit den beiden Protagonisten Benny und Ricky nicht geworden.

Benny wacht nach einer Nacht mit zu viel Alkohol in seinem Bett mit einer frisch genähten Wunde an der Stirn auf. In seinem Bad findet er eine blutige Slipeinlage, seine Klamotten liegen ordentlich gefaltet auf einem Stuhl, das letzte Kaffeepad ist verbraucht und sein Buch ist weg. Außerdem findet er einen kurzen Brief von einer Ricky, kann sich aber auf nichts einen Reim machen, da er sich an nichts mehr erinnern kann. Seine Vermieterin und sein Freund Dobro, die beide in den Wohnungen unter ihm wohnen, können ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Doch Benny erfährt erst nach einigen Wochen was genau passiert ist, denn so lange dauert es bis Ricky sich bei ihm meldet.

Aus einem ersten langen Telefonat mitten in der Nacht und mit zu viel Alkohol entspinnt sich zwischen den beiden eine Liebesgeschichte. Doch die beiden sind nicht an einem Ort, denn Ricky ist erst vor kurzem von Stuttgart nach Mallorca gezogen. So telefonieren die beiden und tauschen fast dauerhaft Nachrichten aus, Benny hat eigentlich nur noch sein Handy in der Hand.

Nebenbei erfährt man einiges über Bennys Leben als Arzt in der Notaufnahme. Manchmal finde ich es ein wenig grenzwertig, wie er mit den Patienten umgeht. Wahrscheinlich braucht es aber eine gehörige Portion Humor um dort zu arbeiten. Nicht unbedingt wegen der schlimmen Fälle sondern wegen all der Menschen, die nicht mehr erkennen, dass ihr Wehwehchen kein Fall für die Notaufnahme ist.

Leider bin ich mit Benny und Ricky und vor allem dem Humor der beiden nicht so richtig warm geworden. Benny hat auch zwei sehr widersprüchliche Seiten. Zum einen ist er der lustige Clown, der jedem einen blöden Spruch reindrückt. Zum anderen ist er aber sehr sentimental, liest viel, spielt romantische Lieder auf der Gitarre und singt. Das passt manchmal nicht so ganz zusammen.

Alles in allem ist es ein nettes Buch, das durch die vielen Textnachrichten ein bisschen länglich geworden ist. Mir hat es eindeutig zu lange gedauert, bis Rafael Eigner auf den Punkt gekommen ist. Viele der Nachrichten hätten auch nicht sein müssen. Sicherlich gibt es aber viele Menschen, denen gerade das gefällt, ich gehöre eher nicht dazu.

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Ein Gedanke zu “Rafael Eigner – Kammerflimmern und Klabusterbeeren

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