Lea Streisand – Im Sommer wieder Fahrrad

In Im Sommer wieder Fahrrad erzählt Lea Streisand von dem Jahr in dem sie Krebs hatte. Gleichzeitig erzählt sie aber auch die Geschichte ihrer Großmutter, die von allen nur Mütterchen genannt wird. Mütterchen ist Leas Vorbild, denn Mütterchen hat immer gemacht was sie wollte. Sie erlebte zwei Weltkriege, wurde Schauspielerin und später Regieassistentin, zog zwei Töchter größtenteils alleine groß und starb schließlich mit über 90 Jahren an Demenz.

Nach Mütterchens Tod löst Lea mit ihrer Mutter und ihrer Tante deren Wohnung auf. Alles was Erinnerungen enthält sammelt Lea zusammen, denn schon lange hat sie die Idee über ihre Großmutter zu schreiben. So kommt sie auch zu einem Koffer voller Briefe und Reisetagebücher, die in das Buch einfließen.

Doch Lea Streisand erzählt nicht nur die Geschichte ihrer Großmutter, sie erzählt auch von ihrer Krebserkrankung. Und da nimmt sie kein Blatt vor den Mund, sagt wie es war und wie bescheiden sich das alles anfühlt. Sie schreibt darüber, dass sie das Mitleid und die Hilflosigkeit ihrer Bekannten und Freunde schwer ertragen konnte. Und darüber wie einsam es ist krank zu sein, wie schwer es ist durchs Leben zu kommen, wenn man plötzlich auf Grund einer Krankheit kein Einkommen mehr hat. Und wie wenig man plötzlich noch über seinen eigenen Körper bestimmen kann. Immer wieder kommen Krankenschwestern und Ärzte, nehmen Blut ab und führen die unterschiedlichsten Untersuchungen durch.

Zuerst hatte ich Bedenken wegen der Mischung, die beiden Themen sind nun doch sehr unterschiedlich. Ich hatte befürchtet, dass es immer wieder Sprünge geben würde und die zwei Geschichten eigentlich nebeneinander erzählt würden. Doch genau das ist nicht der Fall, es geling Lea Streisand die beiden Geschichten zu verweben, es gelingt ihr ihr Leben und Leiden ganz natürlich mit dem Leben ihrer Großmutter zu verbinden.

Das Cover des Buchs gefällt mir sehr gut, ich nehme an, dass es ein Bild der Großmutter zeigt. Und genauso habe ich mir die Frau vorgestellt, es gibt die Stimmung wieder, die Lea Streisand im Buch beschreibt. Lediglich den Preis von 20 Euro finde ich selbst für ein Hardcover mit verhältnis wenigen Seiten doch sehr teuer.

Nele Neuhaus – Wer Wind sät

img_5812-kopieEndlich habe ich mal wieder einen Nele Neuhaus-Krimi gelesen, diesmal Wer Wind sät. Wie immer ein Krimi, der mir sehr gut gefallen hat, auch wenn ich diesmal sehr früh den Verdacht hatte, dass ich den wahren Mörder kenne. Und tatsächlich war es am Ende auch so. Schade eigentlich, denn bisher ist es Nele Neuhaus immer gelungen so zu schreiben, dass mir völlig unklar war, wer nun was getan hat.

Diesmal ermitteln Pia und Bodenstein im Dunstkreis einer Bürgerinitative, die sich gegen den Bau von Windrädern im Vordertaunus einsetzt. Gerade für Bodenstein wird es kein leichter Fall, denn der engste und älteste Freund seines Vaters ist das zweite Mordopfer. Aber auch Bodensteins Eltern sind in der Bürgerinitiative aktiv und fürchten kurzzeitig um ihr Leben, denn der verstorbene Freund hat ihnen eine Wiese vermacht, die für die Baufirma des Windparks von Interesse ist und für viel Geld gekauft werden soll.

Nele Neuhaus erzählt aber nicht nur aus der Sicht von Pia und Bodenstein, sondern auch der Mitglieder der Bürgerinitative und ihren Familien. Alle hängen irgendwo mit drin hat man das Gefühl, kann es aber nicht richtig greifen. Was bezweckt Jannis mit seiner Hetze gegen die Baufirma? Warum ist Ricky so naiv und lügt aber gleichzeitig ohne mit der Wimper zu zucken? Und was hat Nika zu verheimlichen? Es werden viele Fragen aufgeworfen, auf die man nur nach und nach eine Antwort findet.

Diesmal stürzt Bodenstein meiner Meinung nach auch ab, er lässt sich treiben, nimmt seine Arbeit nicht ernst genug und geht vor allem nicht auf die Sorgen und Ängste seiner Eltern ein. Außerdem verliebt er sich ziemlich unglücklich, aber das hat er ja auch im vorigen Band schon.

Alles in allem ist es ein typischer Nele Neuhaus-Taunuskrimi und das ist auch gut so, denn genau deswegen mag ich diese Bücher so gerne. Pia wird mir mit jedem Buch sympathischer, Bodenstein irgendwie nicht. Muss er ja aber auch nicht. Ich freu mich auf jeden Fall auf die nächsten Bände und bin sehr gespannt, wie es mit den beiden so weitergeht, denn man erfährt auch in jedem Band etwas über ihre Geschichte.

Behind the Screens #2

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Behind the Screens ist eine Aktion von Book Walk und soll bewirken, dass man etwas mehr über den Menschen hinter dem Blog erfährt.

 

Wie war deine Woche

Meine Woche war gut, ziemlich unspäktakulär. Ich habe gearbeitet, hatte Freitag ein Arbeitstreffen und habe ein schönes Wochenende mit einer guten Freundin, dem Mann und der Tochter verbracht. Das Arbeitstreffen Freitag war ganz nett, denn ich habe ein paar Kollegen wiedergesehen, die ich zuletzt vor meiner Elternzeit gesehen habe. Das ist immer ganz nett, denn wir sehen uns wirklich nur noch sehr selten, da es uns mittlerweile alle auf ganz unterschiedliche Projekte verschlagen hat. Außerdem hatte ich an diesem Tag die Möglichkeit mit einer sehr lieben Kollegin mal wieder einen Kaffee zu trinken, auch sehr wertvolle Zeit.

Das Wochenende war toll. Samstag war meine gute Freundin mit ihrem Sohn bei uns, vorher waren wir noch gemeinsam schwimmen. Es ist so schön die beiden um uns zu haben, die Kinder mögen sich total gerne und spielen, soweit das überhaupt in dem Alter möglich ist, schön miteinander. Und wir Mamas haben Zeit zum quatschen und spazieren gehen. Heute haben wir dann einen entspannten Familientag gemacht, die Vögel haben einen geputzten Käfig bekommen, die Tochter ganz viele Kuscheleinheiten und der Mann und ich ein glücklich lachendes Kind. So sollen Wochenenden sein.

 

Wärst du gerne mit dem aktuellen Protagonisten befreundet und was zeichnet diesen besonders aus?

Ich lese zur Zeit zwei Bücher. Mit Pia Kirchhoff, der Ermittlerin aus Nele Neuhaus Wer Wind sät wäre ich gerne befreundet. Sie ist eine taffe Frau, die sich auch mal dreckig macht, ein Herz für Tiere hat und eine sehr faire Kollegin ist. Ich weiß nicht, ob ich mir viel mit ihr zu erzählen hätte, aber das macht gar nichts. Es wäre auf jeden Fall spannend sie kennenzulernen.

Als Bettlektüre lese ich gerade Kammerflimmern und Klabusterbeeren und werde mit Benny noch nicht so wirklich warm. Ich kann seinen Humor nicht nachvollziehen oder finde ihn einfach nicht witzig. Mit ihm wäre ich nicht gerne befreundet, ich glaube aber er auch nicht mit mir.

 

Was war dein Wochenhighlight?

Mein Wochenhighlight war es Slow Family von Julia Dibbern und Nicola Schmidt zu lesen. Dieses Buch wirkt unglaublich in mir nach. Ich hätte das nicht so erwartet, vor allem da dieses Buch ja nun wirklich keine Geheimnisse enthält oder das Leben von jetzt auf gleich ändert. Aber es regt zum Nachdenken an, bei mir auf alle Fälle. Ich bin total begeistert, von der Art zu leben und von der Art zu schreiben. Und ich hab noch einmal vor Augen geführt bekommen, was bei mir gerade nicht so rund läuft und was mich an mir auch wirklich stört. Es war fast wie ein Tritt in den Allerwertesten, aber ein sehr liebevoller und einfühlsamer. Auf jeden Fall einer, der mir sehr gut tut.

Virginia Fox – Rocky Mountain Race

img_5808-kopieVirginia Fox hört nicht auf die Rocky Mountain-Reihe zu schreiben und das finde ich gut. Mit Rocky Mountain Race ist der mittlerweile achte Band der Reihe erschienen. Leider gehört dieser für mich zu den schwächeren Teilen, aber das ist sicher geschmacksache.

Becca, die wir aus dem vorherigen Band als Schwester von Hank kennen, spielt in diesem Band die Hauptrolle. Sie soll das große Rodeo in Independenc eröffnen, ist sie doch eine Berümtheit im Rodeosport, eher gesagt im Barrel Racing. Becca hat nur mäßig Lust das Rodeo zu eröffnen, macht sie doch gerade sowieso eine Pause und plant eigentlich auch aufzuhören. Hinzu kommt, dass ihr Ex-Freund Adrian nach Independence gezogen ist. Er hatte sie sechs Jahre zuvor ganz plötzlich verlassen, nun hat er ein zehnjähriges Kind. Becca versucht ihm aus dem Weg zu gehen, was ihr aber nicht wirklich gelingt, denn er wirkt nach wie vor anziehend auf sie.

Doch ihre Beziehung zu Adrian soll nicht ihre einzige Sorge bleiben. Schon lange bekommt sie immer wieder Drohungen von Tierschützern, die der Meinung sind, dass Becca ihr Pferd Roxie mit dem Barrel Racing quält. Bisher hielt sich das ganze in Grenzen, sie bekam Drohbriefe oder ihr Auto oder der Pferdeanhänger wurden beschmiert. Nun nimmt das ganze aber eine neue Dimension an, denn die Tierschützer scheinen ihr ernsthaft schaden zu wollen.

Nebenher, und das ist auch etwas, dass mich diesmal wirklich gestört hat, wird die Geschichte von Melissa und Toby weitererzählt. Die beiden sind sich in vorherigen Teilen schon näher gekommen und ich hatte gehofft, dass sie in einem der Folgebände die Hauptrollen übernehmen werden. Dem ist aber nicht so. Irgendwie passt es für meinen Geschmack nicht wirklich rein. Bisher handelte jeder Teil von einem Paar, es wurde eine Geschichte erzählt und das war auch gut so. Meist wurden die Protagonisten der Folgebände am Ende des Buchs eingeführt. So sollte es bitte auch bleiben.

Alles in allem ist es aber wieder ein tolles Buch von einer tollen Autorin. Ich mag die Welt, die sie erschaffen hat und freue mich mit jedem Band nach Independence zurückzukehren und auch zu erfahren, wie es den ganzen anderen bekannten Personen ergangen ist.

Julia Dibbern und Nicola Schmidt – Slow Family

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Ich habe das wundervollste Buch gelesen, dass dieses Jahr erschienen ist, zumindest aus meiner Sicht. Julia Dibbern und Nicola Schmidt schreiben in Slow Family – Sieben Zutaten für ein einfaches Leben mit Kindern von ihren Erfahrungen und Erlebnissen, die sie mit ihren Kindern gemacht haben. Sie haben ausprobiert und Dinge für gut befunden, sie haben sich mit Menschen umgeben, die ihnen gut getan haben und die ihnen uneingeschränkt geholfen haben. Sie haben das Tempo aus ihrem Leben und somit aus dem Leben ihrer Kinder genommen. Und sie sind glücklich damit. Dabei machen sie nicht alles gleich oder halten sich streng an irgendwelche Regeln oder Vorschriften. Sie geben keine Anweisungen, wie man sich zu verhalten haben muss oder bewerten das ein oder andere Lebensmodell.

Zu Beginn führen Julia und Nicola den Leser in das Thema ein, sie zeigen auf, was die Forschung bisher zustande gebracht hat und entwickeln ihre ganz eigene Familienbedürfnispyramide. Sie plaudern aus dem Nähkästchen und erzählen, wie ihr Weg hin zu einem artgerechten und entspannten Leben mit ihren Kindern war.

Im zweiten Teil des Buchs listen sie die sieben Zutaten auf, die aus ihrer Sicht zu einem einfachen und entspannten Leben mit Kindern dazu gehören und erklären auch, warum es gerade diese Zutaten braucht. Natürlich ist es kein Rezept, es gibt keine Garantie, dass das für jeden Menschen so funktioniert. Aber es ist eine Idee und ein Rahmen, den man ganz für sich ausfüllen kann.

Im dritten Teil schreiben die beiden über das „Slow Village“, also die Gemeinschaft oder das Dorf das es braucht um Kinder großzuziehen. Es sind die einfachen Dinge, die in diesem Kapitel beschrieben werden. Zuerst fragt man sich, ob man darüber wirklich schreiben muss, doch dann kommt man tatsächlich ins Grübeln. Vieles ist für uns heute selbstverständlich, wir nehmen die Menschen um uns rum kaum noch wahr. Wann haben wir das letzte Mal angehalten und ganz bewusst einen Nachbarn oder Bekannten begrüßt und uns ehrlich nach seinem Befinden erkundigt? Wann haben wir das letzte Mal unseren Stolz überwunden und jemand anderen um Hilfe gebeten? Wann haben wir das letzte Mal entspannte Zeit mit Freunden verbracht? Diese und viele andere Fragen wirft dieses Kapitel auf. Und mich zumindest hat es zum Nachdenken angeregt.

In einem vierten Teil geht es um „Slow Nature“, es geht darum zurück zur Natur zu finden. Natur ist für viele Menschen heutzutage etwas gefährliches. Im Wald gibt es Zecken, die Sonne könnte zu stark sein, der Regen zu nass, der Winter zu kalt. Außerdem kann man sich draußen dreckig machen oder verletzen. Na und! Geht raus, geht in die Natur, genau das fordern Julia und Nicola und haben damit absolut recht. Ich war als Kind gerne und viel draußen, ich war das dreckigste Kind, dass nach Hause kam, aber ich habe es in schöner Erinnerung. Möchte ich, dass meine Tochter nur daheim sitzt oder noch schlimmer von einer Aktivität zur nächsten hetzt wenn sie alt genug ist? Eigentlich nicht. Viel lieber möchte ich mit ihr raus gehen, im Dreck wühlen, Kastanien sammeln, auf Bäume klettern, barfuß durch den Schnee laufen und so viel mehr. Es gibt kaum etwas auf das ich mich mehr freue.

Im fünften Teil geht es um das „Slow Family Life“. Wie bekomme ich in dieser hektischen Welt ein wenig mehr Entspannung und Ruhe in meinen Alltag. Das ist gar nicht so leicht und auch Julia und Nicola und ihre Familien sind da nicht perfekt. Aber sie haben ein paar Strategien entwickelt, die helfen nicht völlig gestresst durchs Leben zu gehen, dabei aber nicht alles auf die leichte Schulter zu nehmen. Es sind einfache Dinge, wie das frühzeitige losgehen. Sie raten aber auch, manchmal einfach die Dinge etwas lockerer zu sehen. Wie schlimm ist es, wenn das Kind mal einen Abend nicht die Zähne putzt, wir dafür aber keinen Machtkampf ausgefochten habe= Es schadet niemandem, im Gegenteil, die Situation ist danach eventuell nicht noch verfahrener.

In mir wirkt dieses Buch unheimlich nach. Es enthält keine Geheimnisse oder genaue Anleitungen, was ich in meinem Leben ändern muss, damit ich entspannt bin. Aber es enthält einen Haufen Ideen, die in meinem Kopf herumwirbeln. Und es enthält sehr viele Berichte von Julia und Nicola und ihren Bekannten. Man erfährt, was sie alles probiert haben und auch woran sie kläglich gescheitert sind.

Es ist ein Buch, dass jeder Mensch lesen sollte, der sein Leben mit Kindern teilt. Es ist ein Buch, das wachrüttelt und den Menschen hoffentlich ein wenig die Augen öffnet. Die Welt ist nicht böse, gehen wir also raus und erleben sie.

Eric Carle – Die kleine Raupe Nimmersatt

Wer kennt sie nicht, es ist einer der Kinderbuchklassiker, Die kleine Raupe Nimmersatt von Eric Carle. Wir besitzen sie gleich in zwei Ausführungen und lieben dieses Buch. Einmal haben wir das „ganz normale“ Bilderbuch, also das mit den dicken Pappseiten. Und dann haben wir es noch einmal als Pop-up Buch geschenkt bekommen. Das ist wirklich sehr schön, aber noch nichts für kleine zerstörerische Babyhände.

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Die Tochter liebt das Buch, also das Pappbuch. Das andere würde sie auch lieben, da gibts nämlich so viele Papierteile, die man abreißen könnte. Im Pappbuch kann sie mittlerweile schon alleine umklappen. Manchmal zeigt sie sogar auf das Ei, das auf dem Blatt liegt, wenn man sie danach fragt. Und sie steckt ihre Fingerchen gerne in die kleinen Löcher, die die Raupe in das ganze Essen futtert. Da zählen wir auch immer fleissig, was die Raupe den so alles gegessen hat.

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Meine absolute Lieblingsseite ist die oben abgebildete. Es ist einfach zu süß, wie die kleine Raupe leidend schaut, nachdem sie sich durch dieses ganze Zeug gefuttert hat. Ich würde davon auch Bauchschmerzen bekommen, bei meiner Tochter wäre ich mir da gar nicht so sicher, die ist auch eine kleine Raupe Nimmersatt.

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Nachdem die Raupe sich durch all die tollen Sachen gefuttert hat wird sie natürlich groß und dick, puppt sich ein und wird dann…

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… ein wunderschöner Schmetterling.

Ich freue mich schon, wenn ich mit der Kleinen das Pop-up Buch anschauen kann. Denn da gibt es auch noch einmal so viel zu entdecken und es ist so schön, wie sich die Welt der kleinen Raupe Nimmersatt vor einem entfaltet. Doch solange sie noch mehr Interesse am reißen und kauen der Seiten hat lesen wir lieber die Pappbuchausgabe.

Ellin Carsta – Die heimliche Heilerin und der Medicus

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Von Ellin Carsta habe ich bereits zwei Romane gelesen und sie schreibt ganz gute historische Romane. Der erste Band Die heimliche Heilerin hat mir sehr gut gefallen und so hatte ich mich gefreut, dass nun mit Die heimliche Heilerin und der Medicus ein zweiter Band über Madlen erschienen ist. Vorweg kann ich direkt sagen, er ist nicht so gut wie der erste, aber das hat man ja leider oft.

Dieser Band spielt sieben Jahre später. Madlen und Johannes sind verheiratet, haben zwei Kinder und leben in Köln. Dort arbeitet Johannes als Advocatus des Erzbischofs, Madlen hat ihre heilende Tätigkeit niedergelegt und kümmert sich um die Kinder. Die beiden wer

den jäh aus ihrem gewohnten Trott geworfen, als Agathe, Madlens Tante, bei den beiden vor der Tür steht und verkündet, dass Johannes Eltern in Schwierigkeiten sind. Der Vater droht das Augenlicht zu verlieren und darunter leidet das Geschäft. Sofort machen die beiden sich auf nach Worms um das Geschäft der Schwiegereltern zu retten.

Johannes wird kurz nach ihrer Ankunft nach Köln zurückbeordert, er soll dort den Mord am engsten Vertrauten des Erzbischofs aufklären. Madlen bleibt bei den Schwiegereltern zurück und lernt den Medicus Franz kennen. Dieser hat in Italien studiert und macht Madlen Mut es ebenfalls zu tun. Es ist dort nicht ungewöhnlich, dass Frauen gleich wie Männer studieren und Medicus werden. Er lädt sie ein ihm nach Heidelberg zu folgen und dort seinen Vorlesungen an der Universität beizuwohnen. Um sie zu überzeugen sticht er ihrem Schwiegervater den Star. Während also Johannes den Mord in Köln aufklärt und dabei in Gefahr gerät, reist Madlen nach Heidelberg und hört Vorlesungen an der Universität. Doch kann sie das alles unter einen Hut bringen? Hat sie nicht eine Verantwortung für ihre Kinder?

Leider ist dieser zweite Band nicht so gut geschrieben wie der erste. Schnell wird klar, dass der Schwiegervater kein guter Mensch ist. Auch die Geschichte um Madlen und die Vorlesungen an der Universität bleibt flach. Da hatte ich mir deutlich mehr erhofft. Eigentlich geht es immer nur um ihre Zerissenheit und ihr schlechtes Gewissen, das ihrer Leidenschaft gegenüber steht.

Auch die Geschichte um Johannes ist schnell langweilig. Das ganze Buch lang tappt er im Dunklen, nur um dann plötzlich ganz am Ende das Rätsel zu lösen. Das Motiv für die Morde ist dann auch eher recht flach und nicht so wirklich nachvollziehbar. Für mich löst es sich einfach zu schnell auf.

Ich hoffe nun, dass es noch einen dritten Band gibt, der mich wieder etwas versöhnt und der sich wieder etwas mehr Madlen und ihrer Leidenschaft fürs Heilen widmet.

Bill Bryson – Streifzüge durch das Abendland: Europa für Anfänger und Fortgeschrittene

img_5785Aus dem offenen Bücherregal am Bahnhof habe ich mir Streifzüge durch das Abendland: Europa für Anfänger und Fortgeschrittene von Bill Bryson mitgenommen. Laut Klappentext ist er der lustigste Reiseschriftsteller der Welt. Ja, seine Erzählungen sind ganz lustig, aber oft auch sehr kritisch, teilweise aber auch sehr voreingenommen und gehässig.

Alles beginnt mit einer Reise nach Hammerfest, dem nördlichsten Ort Europas. Dort möchte Bryson die Nordlichter sehen, muss auf diese bei eisigen Temperaturen und Dunkelheit aber zwei Wochen warten. Hier beschließt er auch, dass er noch einmal durch Europa reisen möchte, so wie er das in seiner Jugend mit seinem Schulfreund Kratz getan hat. Und so macht er sich einige Wochen später auf die Reise und reist einmal quer durch Europa. Dabei besucht er viele Orte wieder, die er schon mit Kratz besucht hat und erzählt einige, durchaus lustige, Geschichten von dieser Reise. Er bleibt länger an Orten, die ihm gefallen und reist sofort weiter, wenn es ihm nicht gefällt. Eine Art zu reisen, die so gar nicht meine ist.

Bryson hat leider sehr viele Vorurteile und sieht sie immer wieder bestätigt. Dabei habe ich das Gefühl, dass er nicht grade der einfachste Tourist ist und den Menschen teilweise auch keine Chance gibt. Das ist schade, denn irgendwann hatte ich das Gefühl, dass er nur noch am meckern ist.

Das Cover passt leider gar nicht zum Buch, zu sehen ist ein Esel vor der Akropolis. Doch Bryson kommt gar nicht nach Griechenland, eigentlich hält er sich kaum im Süden Europas auf. Passender wäre ein Bild aus einer Stadt gewesen, die er besucht hat oder auch mehrere Bilder. Warum dieses ausgewählt wurde ist mir ein Rätsel.

Alles in allem ist das Buch ganz nett, mehr aber auch nicht. Ich werde es wohl wieder im offenen Bücherregal aussetzen.

Behind the Screens #1 – Etwas mehr über mich

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Behind the Screens ist eine Aktion von Book Walk die dafür sorgen soll, dass man auch ein wenig mehr über die Menschen erfährt, die den Blog schreiben. Ich finde das eine gute Idee und da ich heute mal Zeit habe, da das Kind sich zu einem Mittagsschlaf hat überreden lassen, beantworte ich doch sehr gerne die Fragen.

Wie war deine Woche?

Meine Woche war ganz gut. Ich hatte nicht all zu viel auf der Arbeit zu tun und so komme ich Abends ganz entspannt heim. Lediglich das Kind hat im Moment keine so gute Zeit, alle vier Schneidezähne oben kommen grade durch, schön einer nach dem anderen. So haben wir alle recht wenig Schlaf und viel gejammer. Aber damit kann man umgehen, vor allem weil sie dadurch recht anhänglich und kuschelig ist und das genieße ich im Moment sehr.

Das Highlight meiner Woche war dann aber gestern der Besuch bei einer sehr guten Freundin und ihrem Sohn, der ungefähr so alt ist wie meine Tochter. Da ich wieder arbeite sehen wir uns nicht mehr regelmäßig einmal die Woche und das fehlt und beiden sehr. Umso schöner war der Tag gestern.

Welche zwei Bücher willst du bis Jahresende noch gelesen haben (und wieso)?

Ich möchte sehr gerne noch ein paar Nele Neuhaus Bücher lesen. Irgendwie habe ich es so lange vor mir hergeschoben sie mir zuzulegen oder auszuleihen. Jetzt liegen sie in meinem Regal und warten eigentlich nur noch darauf, dass ich sie in meinen Rucksack packe und mit auf den Arbeitsweg nehme.

Außerdem möchte ich gerne noch Slow Family von Julia Dibbern lesen. Durch das Kind bin ich irgendwie auf eine Art „öko“ geworden, vielleicht kann man es auch „alternativ“ nennen. Jedenfalls gefallen mir die Ideen, die Julia Dibbern und auch Nicola Schmidt in ihrem artgerecht-Projekt vertreten.

Was war dein Wochenhighlight?

Wie oben schon beschrieben war mein absolutes Wochenhighlight der Besuch bei der Freundin. Vielleicht liest sie das hier ja sogar 🙂

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Unglaublich, ich habe im Oktober tatsächlich 10 Bücher gelesen und es waren einige wirklich tolle Bücher dabei. Ich genieße meine tägliche Lesezeit in der Bahn vor und nach der Arbeit und lese so doch erstaunlich viele Bücher weg.

Nele Neuhaus – Schneewittchen muss sterben (TB)

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Endlich habe ich mal wieder einen Nele Neuhaus-Krimi gelesen. Ich mag ihre Bücher und die Art zu schreiben sehr gerne. Toll ist natürlich, dass sie hier in der Region spielen und man viele Schauplätze wiedererkennt. Die nächsten Bände werde ich bald in Angriff nehmen.

 

Rosalind James – Auszeit in Neuseeland (E-Book)

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Ich hatte damit gerechnet einen typischen Liebesroman zu lesen. Frau verliebt sich im Urlaub in Mann, die beiden erleben ein paar heiße Nächte und tolle Tage miteinander, irgendwas tragisches passiert, sie stellen fest, dass sie sich lieben und verbringen ab da den Rest ihres Lebens miteinander. Doch ganz so typisch war dieses Buch nicht, denn Hannah ist nicht das typische Weibchen, sondern eine Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht und dieses nicht einfach für einen Mann wegwirft. Das hat mir an disem Buch sehr gut gefallen und mich positiv überrascht.

Rindert Kromhout – Brüder für immer (TB)

img_5713Ein Jugendbuch, dass auch erwachsene Leser anspricht. Mich hat es vor allem neugierig gemacht und mich veranlasst mehr über die einzelnen Personen zu lesen. Und natürlich nach Bildern von diesem einzigartigen Haus zu schauen. Ich finde es gar nicht störend, dass Rindert Kromhout sich die Geschichte ausgedacht hat und somit einiges zu dem was man über Quentin und Julian, ihre Eltern und Bekannten weiß hinzugedichtet hat.

Christoph Rehage – Neuschweinstein (TB)

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Man erwartet einen lustigen Reisebericht eines Deutschen, der mit zwölf Chinesen eine Busreise durch Europa macht. Zumindest ich habe ein Buch wie Hummeldumm erwartet. Bekommen habe ich ein Buch über eine chinesische Reisegruppe, deren Alltag und die traurige Wahrheit, dass diese Reisen gar nicht so toll sind, wie sie scheinen. Außerdem erzählt Christoph Rehage hier nicht von irgendwelchen Chinesen, sondern von Menschen, die zu seinen Freunden wurden und die er hinterher alle noch einmal besucht hat.

 

 

Emma C. Moore – Finian Blue Summers (E-Book)

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Ein ganz nettes Buch über die erste große Liebe, über ein Mädchen, dass noch nie selbstständig gelebt hat und über Freundschaft. Es war nett und kurzweilig zu lesen, mehr aber auch nicht. Ich bin mit den beiden Charakteren nicht warm geworden, konnte nicht verstehen, wie ein so intelligentes Mädchen wie Rayne sich von ihren Eltern wie eine Marionette behandeln lassen kann. Auch Finian ist nicht mein Typ, muss er ja auch nicht sein.

 

 

David Safir – 28 Tage lang (HC)

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Sicherlich das schwierigste Buch, dass ich seit langem gelesen habe, von einem Autor, der sonst eher für leichte  und lustige Kost bekannt ist. Dieses Buch geht unter die Haut und ist für mich ein Buch, dass man gelesen haben muss. David Safir beschreibt die grausige Realität im Warschauer Ghetto während der Aufstände, er schönt nichts und lässt auch nichts weg. Das Buch ist nicht leicht zu lesen und es hängt einem sicherlich einige Tage nach, aber es ist ein ganz besonderes Buch.

Irene Dische – Großmama packt aus (E-Book)

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Ich habe etwas gebraucht mich an das Buch und den Schreibstil zu gewöhnen. Und vor allem auch die Art, wie Irene Dische den Umgang der Familienmitglieder untereinander beschreibt. Wie viel Wahrheit in dem Buch steckt konnte ich schwer nachvollziehen. Für mich klingt es nach keinem schönen Leben, nach keinem harmonischen Familienverband. Es ist auf jeden Fall keine Familie, in der ich hätte leben wollen.

 

 

 

Sebastian Fitzek – Die Therapie (E-Book)

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Ich fürchte mich vor allem, was irgendwie ein bisschen gruselig, unheimlich oder bedrohlich ist und so habe ich eigentlich Bücher aus dem Genre Thriller immer von vornerein ausgeschlossen. Da ich aber über Sebastian Fitzek so viel gutes gelesen und gehört habe, habe ich mich an das erste von ihm veröffentlichte Buch herangewagt. Und fand es gar nicht so schlimm, auch wenn es für mich streckenweise etwas unheimlich war. Aber gar nicht so wie ich es erwartet hatte, es hat mich überzeugt mehr in diese Richtung zu lesen.

 

 

Ki-Ela – Nellys Lächeln (E-Book)

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Ein Buch, von dem ich sagen würde, dass es ganz ok ist und man es lesen kann, aber nicht muss. Mich hat es nicht überzeugt und auch der Schreibstil hat mir gar nicht gefallen. Die Geschichte war recht vorhersehbar und flach. Ganz schlimm fand ich die Darstellung von Nelly, es erweckt den Eindruck als hätte die Autorin selbst keine Kinder und würde sich auch mit Kindern überhaupt nicht auskennen. Schade, ich hatte so viel Gutes über sie gehört.

 

 

Sebastian Fitzek – Amokspiel (E-Book)

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Da mir der erste Fitzek so gut gefallen hatte, habe ich direkt das nächste Buch von ihm gelesen. Und auch das hat mir gut gefallen, besser sogar noch als das erste. Es ist nochmal spannender. Außerdem gefällt es mir sehr gut, dass man eben nicht weiß wer nun gut und wer böse ist und wer nun welches Spiel spielt. Zumindest ich bin da überhaupt nicht durchgestiegen, vielleicht ist das für einen erfahrenen Krimi- und Thrillerleser anders.