David Safir – 28 Tage lang

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Ich habe lange nicht mehr ein Buch gelesen, dass mich so emotional mitgenommen hat wie 28 Tage lang von David Safir. David Safir kennen viele sicherlich durch die lustigen Romane, wie „Jesus liebt mich“. Doch in diesem Buch, das übrigens ein Jugendbuch ist, schreibt er über den dunkelsten Teil unserer Geschichte.

Warschau 1942, Mira lebt mit ihrer Mutter und ihrer Schwester Hannah im Gettho. Ihre Mutter hat sich nach dem Selbstmord des Vaters aufgegeben und so ist es an Mira dafür zu sorgen, dass die Familie überlebt. Ihr gelingt es immer wieder die Getthomauer zu überwinden und im polnischen Teil Essen zu ergattern. Doch dann verschlimmert sich die Lage, die Bewohner des Getthos sollen deportiert werden, die SS tötet wahllos und aus Spaß Juden und jeder ist sich selbst der Nächste.

Und so muss Mira sich entscheiden, was für ein Mensch sie sein möchte. Kann sie einem anderen Menschen Leid zufügen oder ihn sogar umbringen, nur um ihr Überleben zu sichern? Wie weit kann sie gehen, um ihre Schwester zu beschützen? Und wie kann sie ihren Freund Daniel davon überzeugen, dass es sich lohnt am Leben zu bleiben.

David Safir gibt einem das Gefühl neben Mira durch das Gettho zu laufen. Er beschreibt Situationen so, als wäre er dabei gewesen. Und genau diese Beschreibungen gehen unter die Haut und lassen einen erzittern. Immer wieder stellt sich mir die Frage, wie kann es passieren, dass Menschen so grausam werden können? Wie kann man so ein Mensch werden.

Mira ist keine Heldin und genau das macht die Geschichte so perfekt. Sie zweifelt und hat Angst, sie hat Skrupel und verhält sich sicherlich in der ein oder anderen Situation falsch. Und genau das macht sie für mich so real.

Dieses Buch sollte jeder lesen, dieses Buch rüttelt wach. Gerade jetzt ist vieles aktueller als es seit langem war. Was für ein Mensch will ich sein?

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2 Gedanken zu “David Safir – 28 Tage lang

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