Rindert Kromhout – Brüder für immer

img_5713Nachdem Rindert Kromhout Charleston besucht hat, beschließt er ein Buch über das Haus und seine Bewohner zu schreiben. Doch er möchte keine Biografie über eine der Personen schreiben oder ein Sachbuch über das Haus und die Kunst, nein er möchte einen Roman schreiben. Und so erzählt er aus der Perspektive von Quentin Bell über das Leben in Charleston, über die Menschen und vor allem über die Freundschaft, die Quentin und seinen Bruder Julian verband. Und genau diese Freundschaft führt auch zum Titel des Buchs, denn Quentin verspricht Julian ein Buch über ihn zu schreiben, sollte er vor ihm sterben. Julian besteht darauf, dass er dieses Buch dann Brüder für immer nennt.

Julian stirbt in jungen Jahren und so beginnt Quentin das Buch über seinen Bruder zu schreiben. Hilfe bekommt er dabei von seiner Tante Virginia Woolf. Doch nicht nur seine Tante ist eine bekannte Persönlichkeit, Quentin und Julian wachsen mit Künstlern, Schriftstellern, Ökonomen und anderen wichtigen Persönlichkeiten auf. Für die beiden ist es eine Selbstverständlichkeit, dass diese immer ein und aus gehen. Ebenso ist es für die beiden nichts besonderes, dass ihre Mutter nicht mit ihrem Vater zusammen lebt, sondern mit ihrem Maler-Freund Duncan. Dieser wiederrum hat wechselnde Liebschaften, junge Männer. Aber auch der Vater der beiden ist nicht komplett aus ihrem Leben verschwunden, er kommt immer wieder mit einer seiner Freundinnen zu Besuch. Allein dieses Lebensmodell ist heute schon schwierig für viele Menschen, damals war es das um so mehr. Und so erleben Quentin und Julian zuerst auch Ablehnung und Unverständnis bei den Dorfbewohnern.

Brüder für immer erzählt nicht nur die Geschichte von Quentin und Julian, es erzählt auch die Geschichte der Bloomsburry-Group, erzäht von ihren Aktivitäten und Aktionen. Zu Beginn war ich etwas verwirrt, dass so viele Leute eingeführt wurden, die ich nicht zuordnen konnte. Wer ist nun wer und in welchem Verhältnis steht er zu wem? Diese Frage hat sich mir immer wieder gestellt. Zuerst hat mich das extrem gestört, doch irgendwann hat sich das komplett gedreht und ich fande es eigentlich gut. Denn nicht nur mir als Leser geht es so, es muss auch damals den Menschen in der Umgebung so ergangen sein.

Das Buch ist schnell durchgelesen und mich hat es dazu angeregt mehr über die einzelnen Personen im Internet zu lesen. Außerdem habe ich nach Bildern von diesem einzigartigen Haus gesucht und habe jetzt auf meiner Reiseliste ein Ziel mehr. Lediglich der Einband des Buchs hat mir nicht gefallen, es ist viel zu fest gebunden, so dass man es nicht bequem aufschlagen konnte. Bei mir führt das schnell zu Krämpfen in den Händen, ich bin da aber auch etwas empfindlich.

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2 Gedanken zu “Rindert Kromhout – Brüder für immer

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