Rosalind James – Auszeit in Neuseeland

img_5709Auszeit in Neuseeland von Rosalind James ist nicht der klassische Liebesroman, wie ich ihn erwartet habe. Zwar beginnt er so, wie viele Liebesromane beginnen. Hannah hat ihr Leben lang gearbeitet, ihre Geschwister groß gezogen und eigentlich nie an sich selbst gedacht. Hinzu kommt, dass sie von sich selbst nicht wirklich überzeugt ist und sich immer zurückstellt. Doch sie sieht ein, dass sie auch einmal etwas für sich tun muss und gönnt sich einen dreiwöchigen Urlaub in Neuseeland. Kaum dort angekommen bringt sie sich in Lebensgefahr, sie schwimmt zu weit im Meer raus und gerät in eine gefährliche Strömung. Als sie schon mit ihrem Leben abschließen will taucht Drew in seinem Boot auf und rettet sie. Drew sieht gut aus, hat Geld und Interesse an Hannah. So kommt es wie es kommen muss, die beiden kommen sich sehr schnell näher und verlieben sich ineinander. Den Rest von Hannahs Urlaub verbringen sie gemeinsam. Doch damit endet das Buch nicht, wie es sicherlich bei vielen Liebesromanen der Fall gewesen wäre. Hier beginnt es erst.

Hannah kehrt zurück in die USA und führt von nun an eine Fernbeziehung mit Drew. Der versucht sie so oft wie möglich besuchen zu kommen, ist das für ihn doch leicht möglich, denn er ist der berühmteste Rugby-Spieler Neuseelands. Doch Hannah kann nicht aus ihrer Haut und tut sich schwer Drew in ihr Leben zu integrieren. Sie macht sich Gedanken, wie sie weiterhin für ihre Geschwister da sein kann und wie sie die viele Arbeit mit den Besuchen von Drew vereinbaren kann. Als dieser ihr vorschlägt nach Neuseeland zu ziehen beginnt Hannah über ihr Leben nachzudenken.

Zu Beginn war ich mir nicht sicher, ob mir das Buch gefallen würde. Ich lese gerne Liebesromane und kann da so schön mitleiden. Hier jedoch schien es mir zu Beginn fast etwas zu kitschig und ich hatte befürchtet, dass es jetzt immer so weiter geht. Die beiden haben Sex, sind getrennt, beteuern sich wie sehr sie sich lieben und so weiter. Doch so kommt es nicht, viel mehr geht das Buch streckenweise sehr viel um Hannah, darum wie sie ihr Leben gestalten kann und möchte und wie weit sie aus ihren Gewohnheiten ausbrechen kann.

Nicht viele Romane dieser Art haben eine Protagonistin, die so sehr an sich zweifelt und dabei so real ist. Und besonders schön ist, dass Hannah keine plötzliche Veränderung durchlebt, ihre Einstellung nicht einfach ändert oder gegen ihre Überzeugung handelt. Viel mehr lernt sie im Verlaufe des Buchs immer mehr mit sich selbst ins Reine zu kommen und sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Sie erkennt, dass nicht alles was ihre leichtsinnige aber lebenslustige Schwester tut falsch ist und dass es wichtig ist sich auch einfach mal etwas zu gönnen.

Ein wenig schwierig fand ich den Aufbau des Buches bzw. die Szenenwechsel. Hier würden einige Absätze dem Buch wirklich gut tun und den Leser nicht verwirren. Von einem Moment zum anderen ändern sich Situation und Umgebung, ohne dass im Text erkennbar ist, dass hier nun ein neuer Abschnitt beginnt. Auch hatte ich am Anfang den Eindruck, dass an einigen Stellen Text fehlen könnte, denn die Gedankensprünge bzw. Gespräche waren für mich nicht mehr nachvollziehbar.

Wer dieses Buch liest darf sich auch nicht schämen, wenn der Sex von Hannah und Drew in all seinen Einzelheiten beschrieben wird. Ich finde sowas ja nicht schlimm, solange ich es nicht in der vollbesetzten Bahn lese, dann würde ich wohl doch rot werden. Drews Fantasien finde ich nur etwas merkwürdig, aber gut, jeder wie er mag.

Für mich auf jeden Fall ein Buch, dass mich überzeugt hat. Es ist sprachlich vielleicht nicht der Knaller, aber es lässt sich gut nebenher lesen und Hannah ist eine sympathische junge Frau, die man so überall treffen könnte.

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Ein Gedanke zu “Rosalind James – Auszeit in Neuseeland

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