Karl Ove Knausgard – Lieben

Da das Kind heute einen extra langen Mittagsschlaf gemacht hat, hatte ich Zeit zu lesen und konnte so Karl Ove Knausgards Lieben beenden. Wie schon bei Gemeinsam Lesen geschrieben hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen. Karl Ove Knausgard schreibt mit einer Offenheit und Ehrlichkeit über sein Leben, über die Liebe und über das was er hasst.

In Lieben beschreibt Knausgard seine Anfangszeit in Stockholm. Nach einer langen Beziehung mit seiner Exfrau zieht er nach Stockholm, warum kann er gar nicht erklären. Er steckt fest und hofft durch den Orstwechsel zu neuem Schwung zu kommen. Seit er sein erstes Buch geschrieben hat bekommt er nichts mehr zu Stande. In Stockholm bekommt er schnell Kontakt zu Geir, ebenfalls ein Norweger, den er aus seiner Zeit in Bergen kennt. Geir wird schnell zu so etwas wie einem besten Freund und engsten Vertrauten.

Doch nicht nur Geir spielt eine wichtige Rolle in Knausgards Leben, er trifft Linda wieder. Die Frau, in die er sich während einem Schriftstellerseminar verliebte und die ihm einen Freund von ihm vorzog. Doch jetzt gibt sie ihm eine Chance, die beiden kommen sich schnell näher und bald gibt es nichts anderes mehr als sie beide. Schnell wird ihnen klar, dass sie ein Kind möchten und so wird Vanja geboren. Im weiteren Verlauf bekommen sie noch zwei weitere Kinder, Heidi und John.

Jetzt könnte man denken, dass es relativ langweilig ist, wie Knausgard über den Alltag eines Familienvaters schreibt. Da er dies aber, wie eingangs erwähnt, mit einer unglaublichen Ehrlichkeit tut, ist es einfach nur faszinierend. Manchmal möchte man fast beschämt wegschauen und ist entsetzt, was er alles preis gibt. Denn alles was er schreibt ist so in seinem Leben passiert. Geir und Linda sind auch in Wirklichkeit sein bester Freund und seine Frau.

Es braucht schon einiges an Mut dieses Werk überhaupt den Leuten zu lesen zu geben, die dort drinnen beschrieben werden, denn Knausgard gibt teils sehr intime Details preis. Man erfährt sehr viel über Lindas Krankheit, sie ist manisch-depressiv, und somit auch über ihren Charakter und wie sie über andere Leute denkt. Knausgard spricht offen aus, was Linda von seiner Mutter denkt. Ist das so richtig? Verletzt er damit nicht beide. Zumindest mit Linda ist er, laut Interviews von ihm, noch zusammen und einigermaßen glücklich.

Was für mich etwas schwierig war, waren die Passagen über skandinavische Schriftsteller, denn in diesem Gebiet kenne ich mich gar nicht aus. Ich bin mir auch gar nicht sicher, ob sie alle hier in Deutschland bekannt sind. Aber darüber kann man hinwegsehen, meiner Meinung nach.

Für mich war es ein Buch, das absolut lesenswert ist und ich kann verstehen, warum Knausgard dafür gefeiert wird. Sicherlich ist es aber nicht nach jedermanns Geschmack, leichte Kost ist es auf jeden Fall nicht. Nach und nach werde ich sicher noch die anderen Bände lesen, auch wenn diese etwas anders sein sollen als Lieben.

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