Christian Zeitmann – Der ewige Wunsch

Da das Kind heute Vormittag nur in meiner Anwesenheit einschlafen konnte, hatte ich Zeit zu lesen und habe Der ewige Wunsch von Christian Zeitmann ausgelesen. Und irgendwie bin ich froh, dass ich es geschafft habe, den am Ende wurde das Buch noch flacher, als es schon am Anfang war. Christian Zeitmann erzählt die Geschichte von Lucien. Er ist ein erfolgreicher, hipper junger Mann, der mit zwei Freunden eine Designagentur hat, eine große Wohnung und eine hübsche Freundin. Doch ihn plagen seit einiger Zeit merkwürdige Träume, in diesen begegnet er einer jungen Frau, nach der er eine tiefe Sehnsucht verspürt. Als er eines Tages völlig kopflos das Büro verlässt trifft er den Taxifahrer Georg, der genau zu wissen scheint, was mit Lucien passiert. Er bringt ihn nicht nur zu einem kleinen Ort in der Eifel, der Lucien so vertraut erscheint, sondern auch zu einer Bekannten, die mit ihm eine Reise in seine Vergangeheit macht. Nach diesem Besuch ist Lucien überzeugt, dass die Frau aus den Träumen seine wahre Liebe aus einer anderen Zeit ist und will sie kennenlernen. Doch da ist noch seine Arbeit und seine Freundin Nadine, die überzeugt ist, dass Lucien an einem Burn-Out leidet.

Eigentlich hatte mir die Idee des Buches sehr gut gefallen, auch wenn von vornerein klar war, dass es kitschig-romantisch werden würde. Aber so Bücher muss es ja auch geben und ich lese das doch recht gerne. Interessant fand ich auch, dass solch ein Buch von einem Mann und aus der Perspektive eines Mannes geschrieben wurde. Ich hatte mir einen etwas anderen Einblick in eine solche Liebesgeschichte gewünscht, denn Männer ticken hier nun oft anders als Frauen.

Leider blieben aber alle Figuren recht flach. Lucien ist ein überheblicher Kerl, der meint er ist der Mittelpunkt der Welt. Mir ist er sehr unsympathisch und auch sein Verhalten ist für mich an vielen Stellen nicht nachvollziehbar. Aber auch die anderen Figuren bleiben flach, die Reinkarnationstherapeutin trägt wallende Gewänder, der ältere Taxifahrer ist etwas schrullig, Luciens Freundin Nadine ist hinterhältig und ganz plötzlich sehr verständnisvoll und Karla, seine große Liebe, ist natürlich perfekt.

Leider war die Geschichte auch sehr absehbar. Kurz hatte ich zu Ende des Buches (Achtung Spoiler) gehofft, dass es doch kein Happy End zwischen Karla und Lucien geben würde, als er zu einem verabredeten Treffpunkt mit Nadine kommt und ihr sagen möchte, dass er in diesem Leben alle Liebe die er hat mit ihr teilen möchte. Doch Nadine erkennt plötzlich, obwohl sie vorher gar kein Verständnis für Lucien und seine Situation hatte, dass sie ihn gehen lassen muss, damit er glücklich werden kann. Woher kommt diese Wendung?

Was mich, vielleicht bin ich da etwas kleinlich, aber auch noch gestört hat, der Autor schafft es nicht sich im Verlaufe des Buchs den Namen einer der Hauptprotagonistinnen zu merken. So ist die große Liebe von Lucien mal eine Karla, ein paar Seiten weiter heißt sie plötzlich Klara. Kann auch ein Tippfehler sein, sowas sollte aber beim Korrekturlesen spätestens dem Lektor auffallen.

Da das Buch sehr viele positive Rezensionen hat, scheine ich mit meiner Meinung wohl recht alleine zu sein. Ich würde keine Leseempfehlung aussprechen, kann mir aber vorstellen, dass es dem ein oder anderen sehr gut gefallen kann.

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