Catherine Ryan Hyde – Wohin wir gehören

WP_20160811_20_25_32_ProDie Tage habe ich Wohin wir gehören von Catherine Ryan Hyde ausgelesen. Dieses Buch erzählt die Geschichte von Angie und ihrer Familie, von den Schwierigkeiten mit einem besonderen Kind und von einer Freundschaft zwischen zwei ganz unterschiedlichen Menschen.

Angie, ihre kleine Schwester Sophie und ihre Mutter landen nach einer Odysee durch verschiedene Wohnungen bei einer Tante, in der Hoffnung dort ein wenig länger bleiben zu können. Aus allen anderen Wohnungen sind sie herausgeflogen, Sophie hat eine Autismus-Spektrum-Störung, redet nicht, kann aber andauernd schreien, wenn sie ihr Missfallen ausdrücken will. Das stört natürlich die Nachbarn, so dass kein Vermieter die kleine Familie lange behalten möchte. Angie und ihre Mutter tun alles, um Sophie ein gutes Leben zu ermöglichen. Sie lassen sich von ihr schlagen, beißen, kratzen und ertragen ihr stundenlanges Schreien.

Alles verändert sich, als Sophie im Nachbargarten der Tante einen Hund entdeckt. Eigentlich mag sie keine Hunde, diesen, den sie Är tauft, liebt sie. Warum weiß keiner, doch ist der Hund in der Nähe ist Sophie ruhig. Angie stellt Kontakt zum Nachbarn her und darf den Hund ausführen. Sophie ist glücklich, doch das Glück hält nicht lange an, der Nachbar zieht weg und schon schreit Sophie wieder. Als die Tante es nicht mehr aushält beschließt die Mutter alles einzupacken und dem Mann mit dem Hund hinterherzuziehen.

Angie schafft es schließlich das Vertrauen des Mannes, Paul, zu gewinnen und freundet sich im Laufe der Zeit mit ihm an. Sie ist auch diejenige, die dafür sorgt, dass die Familie dauerhaft ein Dach über dem Kopf hat und etwas zu essen auf dem Tisch.

Immer wieder beim lesen des Buches hätte ich am liebsten die Mutter geschüttelt und angeschrien um ihr klarzumachen, dass ihre Tochter Angie ein Teenager und kein erwachsener Mensch ist. Es ist traurig, wie einfach es sich die Mutter macht und ihre Verantwortung immer wieder auf Angie abschiebt. Angie erkennt es richtig, wenn ihre Mutter nicht mehr weiter weiß, wendet sie sich an Angie und hofft, dass diese eine Lösung für das Problem findet. Mir ist es schleierhaft, wie man so sein kann, wie man sein eigenes Kind so behandeln kann und einfach nicht sieht, wie wichtig es ist für ein junges Mädchen immer noch das Kind in der Eltern-Kind-Beziehung zu sein.

Erschütternd ist aber auch, was in den USA möglich ist bzw. wie alleine man doch mit seinen Problemen sein kann. Hier könnte einer alleinerziehenden Mutter mit einem behinderten (besonderen 😉 ) Kind sicher nicht einfach die Wohnung gekündigt werden. Angie und ihre Familie lebt zwischenzeitlich auf einem Campingplatz, beide Kinder besuchen keine Schule. Niemand fragt nach, es gibt keine Unterstützung in der Zeit in der die Mutter nicht genug verdient um die Kinder zu ernähren. Das ist traurig, vor allem da sie in einem Land leben, in dem es möglich wäre arme Menschen zu unterstützen.

Ich mochte das Buch sehr gerne, auch wenn ich mich beim lesen ab und an „aufgeregt“ habe. Besonders schön ist die Freundschaft zwischen Angie und Paul, da sie so besonders ist. Sie erscheint auch gar nicht merkwürdig, obwohl Paul fast 50 Jahre älter ist als Angie, wirkt Angie doch wie eine erwachsene Frau.

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