Lindsay Jayne Ashford – Welche Farbe hat die Wahrheit

Gestern habe ich es endlich geschafft die Zeit zu finden die letzten Seiten von Welche Farbe hat die Wahrheit zu lesen. Dieses Buch erzählt die Geschichte von Louisa und ihrer Mutter Eva. Eva lernt während dem zweiten Weltkrieg Bill kennen, ein US-Amerikanischer Soldat, der in England stationiert ist. Die beiden verlieben sich ineinander und beginnen eine geheime Affäre. Niemand soll von ihrer Liebe erfahren, denn Bill ist dunkelhäutig und Eva eigentlich noch verheiratet, obwohl ihr Mann vermisst wird. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse, Eva wird von Bill schwanger, dieser in ein anderes Lager versetzt, Evas Mutter kommt ums Leben und zu allem Übel taucht auch noch Eddie, ihr vermisster Mann auf. Dieser hat viel im Krieg erlebt und kommt als anderer Mensch nach Hause. Er hat kein Problem damit das farbige Baby anzunehmen und zieht Louisa wie sein eigenes Kind groß.

Louisa spürt aber schnell, dass sie anders ist als die anderen. Immer wieder begegnet sie Vorurteilen und wird beschimpft. Sie erfährt sexuelle Gewalt und eine traurige Ehe. Das alles sorgt dafür, dass Louisa sich unter langen Kleidungsstücken versteckt und ihre Haare so gut es geht mit Hüten bedeckt und glatt bzw. zu großen Locken stylt. Doch die Geburt ihrer zweiten Tochter Rhiannon sorgt dafür, dass sich alles ändert, denn Rhiannon hat einen viel dunkleren Hautton als Louisa und ihr Erstgeborener Tom.

Mir hat das Buch gut gefallen, irgendwann hatte ich das Bedürfnis es zum Ende zu bringen, weil ich einfach wissen wollte, wie es sich für alle auflöst. Traurig ist, dass solche Geschichten wirklich passiert sind. Die Autorin schreibt am Ende des Buchs, dass sie viele Gespräche mit Betroffenen geführt hat und versucht hat deren Gefühle und Sichtweisen in den Roman einfließen zu lassen.

Etwas schwierig fand ich Eddie. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich ein Mensch derart ändert. Er wird zu Beginn des Buches als ein sehr unsympathischer Mensch beschrieben, der schnell verurteilt und seinen eigenen Sohn nicht akzeptieren möchte, da dieser ein Geburtsmahl im Gesicht hat. Doch der Krieg und seine Erlebnisse, Gefangenschaft in Birma, Schiffsbruch und anschließende Pflege in einem amerikanischen Krankenhaus durch einen farbigen Pfleger, machen ihn zu einem komplett anderen Menschen, der alles akzeptiert und für jeden da ist. Ob der Krieg Menschen so stark verändern kann weiß ich nicht. Das der Krieg Menschen verändert und vor allem ein solcher Krieg, das glaube ich gerne.

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